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8.3.2106 - IFT: Das Leid der Flüchtlinge in den Mittelpunkt stellen

8.3.2106 - IFT: Das Leid der Flüchtlinge in den Mittelpunkt stellen

„Wir müssen den Blick darauf schärfen, welches Leid gerade geflüchtete Frauen erlebt haben“ 07.03.2016

Die bayerischen ver.di-Frauen stellen zum Internationalen Frauentag am 08. März 2016 die Situation von geflüchteten Frauen in den Mittelpunkt. „Wir müssen den Blick darauf schärfen, welches Leid gerade geflüchtete Frauen erlebt haben“, erklärte die Landesbezirksleiterin von ver.di Bayern, Luise Klemens. Unterdrückung und Verfolgung aus politischen und religiösen Gründen, Witwenverbrennungen und genitale Verstümmelungen seien zentrale Fluchtursachen - und in vielen Bürgerkriegen gehörten systematische Vergewaltigungen von Frauen und Mädchen zur erklärten Kriegsstrategie, so Klemens: „Und deshalb muss ihnen auch unsere besondere Solidarität gelten.“

 

Unter den Geflüchteten waren bislang rund ein Drittel Frauen und Kinder. Der Anteil werde aber weiter steigen, betonte die Frauensekretärin von ver.di Bayern, Bettina Messinger: „Durch den mit dem Asylpaket II ausgesetzten Familiennachzug bleibt ihnen gar keine andere Möglichkeit, um sich mit ihren bereits angekommenen Familienangehörigen wieder zu vereinen.“ Dabei sei gerade für Frauen und Kinder die Flucht besonders gefährlich. Aber auch hier in Deutschland seien „weiter besondere Anstrengungen nötig, damit geflüchtete Frauen und Kinder keinen weiteren Gewalterfahrungen ausgesetzt sind“, so Messinger.

 

In Bayern gebe es aber auch sonst noch viel zu tun beim Thema Gleichstellung von Frauen, betonte Messinger. Nach wie vor

 

  • gibt es eine hohe Altersarmut von Frauen
    (80 Prozent der bayerischen Neurentnerinnen sind von Armut bedroht)
  • ist die gender-pay-gap in Bayern besonders hoch
    (Im dritten Quartal 2015 verdienten Frauen in Vollzeittätigkeit in Bayern durchschnittlich 5,26 Euro pro Stunde weniger als ihre männlichen Kollegen)
  • ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf Frauensache (und soll mit dem geplanten bayerischen Betreuungsgeld weiter zementiert werden)
  • ist das Bayerische Gleichstellungsgesetz ein zahnloser Tiger