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6.9.2016: Frauenalterssicherungskonferenz

6.9.2016: Frauenalterssicherungskonferenz

Rente

Altersarmut ist eine tickende Zeitbombe

"Rentenpolitik steht ganz oben auf der Agenda", betont Bsirske auf der 12. Frauen-Alterssicherungskonferenz von ver.di.

Caro/Sorge Die letzten Krümel zusammengekratzt – oder arm im Alter

ver.di setzt sich für eine nachhaltige Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung ein und fordert einen Kurswechsel in der Rentenpolitik.

"Die drohende Altersarmut ist eine tickende soziale Zeitbombe. Gerade in Zeiten, in denen Rechtspopulisten versuchen, demokratische Errungenschaften und Institutionen zu delegitimieren, ist es ein absolutes Muss, dass die große Koalition für mehr soziale Gerechtigkeit sorgt. Die Rentenpolitik steht da ganz oben auf der Agenda", betonte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske anlässlich der 12. Frauen-Alterssicherungskonferenz von ver.di am Dienstag, den 06. September 2016, in Berlin.

Am selben Tag starteten auch der DGB und seine Einzelgewerkschaften ihre gemeinsame RentenkampagneBsirske, der vom DGB-Termin unverzüglich zur ver.di-Bundesverwaltung fuhr, bekräftigte vor 200 hochmotivierten Frauen die Botschaft der Kampagne: "Wir brauchen einen Paradigmenwechsel in der Rentenpolitik! Statt Beitragssatzstabilität geht es um die Verlässlichkeit auskömmlicher Leistungen aus der gesetzlichen Rente – gerade auch für Frauen!"

"Die Talfahrt des gesetzlichen Rentenniveaus muss gestoppt werden, das Rentenniveau stabilisiert und wieder angehoben werden", so Bsirske weiter. "Die gemeinsame Rentenkampagne im DGB macht deutlich: Das Thema Rente geht alle an – wir werden nicht locker lassen, bis sich die Politik auf die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zubewegt! Wir brauchen ein Rentenniveau, das für alle, die über viele Jahre von ihren Löhnen Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt haben, im Alter ein Leben in Würde gewährleistet."

Schwerpunkt der 12. Frauen-Alterssicherungskonferenz von ver.di ist die drohende Altersarmut. Mit einer gemeinsamen Erklärung hat sich ein "Frauen-Bündnis gegen Altersarmut" konstituiert, in dem acht Organisationen einen rentenpolitischen Appell an die Politik richten.

Auf der Konferenz berichten zudem Betroffene über ihre Erwerbsbiografien und diskutieren Auswege aus der drohenden Rentenfalle. Dazu hier ein Video von ver.di TV:

Knochenjob mit 71 Jahren

"Die Rente ist das Spiegelbild des Erwerbslebens. Und nach wie vor haben Frauen nicht die gleichen Einkommenschancen wie Männer. Altersarmut hat ein Gesicht – und das ist weiblich: Ihr Einkommen – und damit ihr Alterseinkommen – ist häufig geringer", sagte Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstandsmitglied für Frauenpolitik.

Und fährt fort: "Mit der heute ins Leben gerufenen Initiative "Frauen-Bündnis gegen Altersarmut" wird sich ver.di gemeinsam mit mehreren Frauenverbänden und -vereinen aktiv gegen die Altersarmut und für ein existenzsicherndes Einkommen von Frauen engagieren!" 

Jüngere Beschäftigte thematisierten immer nachdrücklicher die Zukunft der Rentenversicherung, erläuterte Eva-M. Welskop-Deffaa, ver.di-Bundesvorstandsmitglied für Sozialpolitik. Könne man sich darauf verlassen, in 20 oder 30 Jahren für die gezahlten Beiträge Rentenleistungen zu erhalten, die ein Leben in Würde ermöglichten?

Junge Frauen zweifeln beim Blick auf die Statistiken der Deutschen Rentenversicherung, ob es sich überhaupt lohnt, in dieses System einzuzahlen. Gegen diese Zweifel braucht es ein klares Signal! "Gerade die jungen Frauen schauen mit Sorge auf die Rentenstatistiken. Sie bestätigen Jahr für Jahr: Frauen beziehen Niedrigrenten", so Welskop-Deffaa weiter.

Wir brauchen, das bekräftigten die ver.di-Frauen mit großem Nachdruck, ein Ende des Sinkflugs des Rentenniveaus und ein Rentenrecht, das die Lücken in den Versicherungsbiografien der Frauen schließt. Vernehmlich und kämpferisch bekräftigte so die 12. Frauen-Alterssicherungskonferenz die Marschrichtung der DGB-Rentenkampagne!

Viele Frauen hätten Lücken in ihrer Versicherungsbiographie: Phasen der Arbeitslosigkeit, Kindererziehung, Selbstständigkeit oder der Erwerbstätigkeit im Ausland.

"Um die Alterssicherung der Frauen zu sichern, kämpfen wir für die Stabilisierung des Rentenniveaus und werden wir alles tun, um diese Lücken zu schließen", betonte Welskop-Deffaa.

Unten findet ihr Bilder zum Durchklicken, die Erklärung der Initiative "Frauen-Bündnis gegen Altersarmut" sowie Wortbeiträge der diesjährigen Frauenkonferenz zum Download als PDF.

Zusätzliches Hintergrundmaterial liefert das ver.di Ressort Arbeitsmarkt und Sozialpolitik.

Ablaufplan (12. Alterssicherungskonferenz, 06.09.2016) PDF (1 MB) "Reicht die Rente noch zum Leben?" Begrüßung durch Stefanie Nutzenberger (12. Alterssicherungskonferenz, 06.09.2016) PDF (178 kB) "Lebensverläufe von Frauen" Eva M. Welskop-Deffaa im Gespräch mit Frauen aus unterschiedlichen ver.di-Branchen (12. Alterssicherungskonferenz, 06.09.2016) PDF (1 MB) "Frauen und das Rentenniveau – Die Fakten" Vortrag von Jutta Schmitz (12. Alterssicherungskonferenz, 06.09.2016) PDF (2 MB) ver.di Pressemitteilung zur 12. Alterssicherungskonferenz (06.09.2016) PDF (9 kB) Erklärung zum Start der Initiative "Frauen-Bündnis gegen Altersarmut" (06.09.2016) PDF (482 kB)