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Landw. Sozialversicherung schließt Standorte

Landwirtschaftliche Sozialversicherung schließt und verkleinert Standorte

„Schwarzer Tag für Bayern“ 07.07.2014

Die Fusion der landwirtschaftlichen Sozialversicherungsträger in Deutschland zu einem Träger (SVLFG: Sozialversicherung Landwirtschaft, Gartenbau, Forsten) ab dem 1.1.2013 hat nunmehr gravierende Auswirkungen auf Bayern: Sechs von acht bayerischen Standorten werden geschlossen oder verkleinert. „Durch die Fusion sollte die wohnortnahe Betreuung verbessert werden, in Bayern ist  das Gegenteil der Fall. Auf dem Altar der Zentralisierung wird hier ohne Not und erkennbarer betriebswirtschaftlicher Grundlage eine bewährte Struktur zerstört“, kritisierte Robert Jung, Leiter des Fachbereichs Sozialversicherungen bei ver.di Bayern. 

Derzeit werden in Bayern ein Drittel der über 1,6 Millionen Mitgliedsunternehmen der SVLFG mit rund 250.000 Versicher-ten bei der Alterssicherung der Landwirte und gut 600.000 Rentner sowie bei der landwirtschaftlichen Kranken- und Pflegeversicherung rund 800.000 Versicherte betreut. Die SVLFG umfasst die Land- und Forstwirtschaft sowie die im Gartenbau tätigen Menschen und ihre Familien.

Aktuell sind 6 von 8 bayerischen Standorten betroffen:

  • Augsburg (rd. 315 Beschäftigte) - Standortverkleinerung
  • München (rd. 280 Beschäftigte) – Schließung
  • Würzburg (rd. 250 Beschäftigte)  – Standortverkleinerung
  • Mühldorf (rd. 90 Beschäftigte) – Schließung
  • Fürth (27 Beschäftigte) – Schließung
  • Feuchtwangen (7 Beschäftigte) – Schließung

Die Standorte Bayreuth und Landshut bleiben erhalten, weil es für sie eine Bestandsgarantie gibt.

Die damalige Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner teilte in einer Broschüre zur Bildung des neuen Sozialversicherungsträgers mit: „Gesenkte Kosten und eine bessere Betreuung - die Ansprechpartner vor Ort bleiben erhalten – gemeinsame Aufgaben werden an zentraler Stelle konzentriert. Das spart Kosten und verbessert die Betreuung der Versicherten, denn diese erhalten die soziale Absicherung nun aus einer Hand.“

Statt zu vier Sozialversicherungsträgern gehen zu müssen, so Jung, werden die Versicherten in den Bereichen Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Altersversorgung und Unfallversicherung umfassend betreut. Die Aussagen der ehemaligen Ministerin würden von den Beschäftigten, so Jung, als blanker Hohn empfunden. Dabei solle auch nicht vergessen werden, dass in Bayern bereits in den letzten Jahren rund 400 Arbeitsplätze abgebaut wurden und 20 % der Verwaltungskosten eingespart wurden.

ver.di werde sich weiter dafür einsetzen, dass die Entscheidung noch einmal überdacht wird, kündigte Robert Jung an.