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HELIOS-Amper Kliniken: ver.di kritisiert Profilierungsversuch

HELIOS-Amper Kliniken: ver.di kritisiert Profilierungsversuch

06.03.2018

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert eine jüngst durchgeführte Unterschriftenaktion in der HELIOS Amper Kliniken GmbH als „nicht hilfreichen Profilierungsversuch verschiedener Akteure“, wie Robert Hinke von ver.di Bayern erklärte. Diese Akteure versuchten, die Beschäftigten in der HELIOS AMPER Kliniken AG gegen die geplante Überleitung des Betriebs in den Tarifvertrag öffentlicher Dienst (TVöD) zu instrumentalisieren. „Bei einem Streit auf Arbeitnehmerseite gäbe es aber nur einen lachenden Dritten - den Arbeitgeber HELIOS“, so Hinke. ver.di sehe sich deshalb nunmehr zu einer Stellungnahme veranlasst.

„Die Petition der anarcho-syndikalistischen FAU bzw. der ‚Betriebsgruppe Amperkliniken‘ mag davon motiviert sein, das Anliegen einer Entlastung der Beschäftigten zu befördern. Im Augenblick gefährdet es allein das Projekt einer Überleitung der Beschäftigten in den TVöD“, erklärte Hinke. Dieses sei noch lange nicht in trockenen Tüchern. Der TVöD würde etlichen Berufsgruppen zu erheblichen Entgeltsteigerungen verhelfen. So würden Pflegehilfskräfte derzeit gemäß TVöD Brutto etwa 300 Euro/Monat mehr verdienen als derzeit, Physiotherapeuten rund 600 Euro/Monat. „Allein diese Beispiele lassen erkennen“, erklärte ver.di-Sekretär Christian Reischl, „wie unverantwortlich das gegeneinander Ausspielen der Thematiken Entlastung und TVöD ist.“ Zum anderen beinhalte der TVöD auch hinsichtlich der Entlastungsthematik spürbare Verbesserungen gegenüber dem bisherigen Haustarifvertrag. Hier sei etwa der Zusatzurlaub für Nachtarbeit, die Möglichkeiten der befristeten Teilzeit mit Rückkehrrecht in Vollzeit oder bessere Regelungen zur Arbeitszeitgestaltung zu nennen.

Angesichts der Verweigerung des Kommunalen Arbeitgeberverbandes, mit ver.di Verhandlungen zu einem Tarifvertrag Entlastung zu führen, sei in einer Phase der Anbahnung eines Beitritts der HELIOS Amper Kliniken AG in den KAV Bayern nicht daran zu denken, das Thema Entlastung zu tarifieren. „Entsprechende Forderungen würde automatisch dazu führen, dass der KAV die Beitrittsgespräche beenden würde und HELIOS einen Vorwand dafür hätte, das TVöD-Projekt fallen zu lassen“, betonte Hinke.

Vor diesem Hintergrund habe sich die ver.di-Betriebsgruppe zum Ziel gesetzt, zentrale tarifliche Forderungen über den Weg der betrieblichen Mitbestimmung durchzusetzen. Hierzu gehört ein wirksames Ausfall- und Konsequenzen-Management, eine Mitarbeiterbefragung zur den Arbeitsbedingungen und eine Soll-Ist-Vergleich zur Personalsituation in den einzelnen Bereichen und Stationen. Es gelte folglich für eine starke betriebliche Interessenvertretung zu sorgen und den neuen Betriebsrat zu unterstützen. Derzeit führt ver.di eigens eine stationsweise Erhebung zur Personalsituation durch, um sowohl konkrete als auch aktuelle Daten zum Personalmehrbedarf vorlegen zu können.