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Bayerisches Klinikpersonal macht Pause

Bayerisches Klinikpersonal macht Pause

20.02.2017

Mit einem „Aktionstag Pause“ am Dienstag, 21. Februar, machen die Beschäf-tigten in den bayerischen Kliniken auf Überlastung und mangelhafte Personalausstattung aufmerksam. Am bundesweiten Aktionstag beteiligen sich allein in Bayern über 50 Kliniken aller Träger. „Aufgrund der Personalausstattung in allen Bereichen müssen viele Beschäftigte immer wieder auf ihre Pausen verzichten, um die Patienten versorgen und den Ablauf in den Krankenhäusern gewährleisten zu können“, berichtete Robert Hinke, Fachbereichsleiter für Gesundheit und Soziales bei ver.di Bayern: „Wir rufen deswegen die Beschäftigten auf, am Dienstag die ihnen gesetzlich zustehenden Pausen zu nehmen, um sich von belastender Arbeit zu erholen und gleichzeitig ihr Recht auf Pausen zu unterstreichen.“

„Wir werden Engpässe und Störungen des Betriebsablaufes hierbei meiden. Dass wir dies eigens beachten müssen, ist ebenso ärgerlich wie erschreckend. Denn auch für Krankenhausbeschäftigte gelten schließlich die gesetzlichen Arbeits- und Gesundheitsschutzbestimmungen“, betonte Robert Hinke: „Mehr als sechs Stunden Arbeit ohne Pause sind rechtlich nicht zulässig.“

Mit der Aktion macht ver.di auf die dramatischen Personalengpässe in den Krankenhäusern aufmerksam. „Viele Klinikbeschäftigte sind dauerhaft überlastet, weil in der Vergangenheit Arbeitsplätze gestrichen und Neueinstellungen verschleppt wurden. Gelder von den Krankenversicherungen werden häufig für Investitionen an Gebäuden zweckentfremdet, dafür sind aber die Länder zuständig. Damit muss jetzt Schluss sein“, betonte Kathrin Weidenfelder, zuständig für den Krankenhausbereich bei ver.di Bayern. Die Aktion richtet sich an private, öffentliche, frei gemeinnützige und kirchliche Krankenhausträger. Nach ver.di-Berechnungen  fehlen in den Kliniken bundesweit ca. 162.000 Stellen, allein in Bayern etwa 21.000.

Die Gewerkschafter kündigen „allmonatlich Aktionen bis hin zu Streiks“ an. „Wir werden den Druck auf die Politik für eine bessere Personalausstattung (gesetzliche Personalbemessung) bis zur Bundestagswahl kontinuierlich erhöhen und auch die Arbeitgeber in die Pflicht nehmen“, so Hinke. Parallel hierzu wird ver.di in den nächsten Tagen eine bayernweite Unterschriftenaktion starten.

Hintergrundinformationen:
https://gesundheit-soziales.verdi.de/themen/entlastung 
https://gesundheit-soziales.verdi.de/themen/entlastung/++co++dc9740ce-e248-11e6-bc13-525400423e78 
https://gesundheit-soziales-bayern.verdi.de/tarif/tarifvertrag-entlastung