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Sozial- und Erziehungsdienst: Mitgliederbefragung

Sozial- und Erziehungsdienst: Mitgliederbefragung

ver.di-Mitglieder sollen über Schlichtungsempfehlung abstimmen 25.06.2015

Die bundesweite Streikdelegiertenkonferenz der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat sich dafür ausgesprochen, nach den erneuten Verhandlungen mit den Arbeitgebern die ver.di-Mitglieder über die Schlichtungsempfehlung in der Tarifauseinandersetzung zur Aufwertung des Sozial- und Erziehungsdienstes entscheiden zu lassen. "Wer sollte besser über die Schlichtungsempfehlung und einen darauf basierenden Verhandlungsstand entscheiden können, als die betroffenen ver.di-Mitglieder in den Einrichtungen und Betrieben des Sozial- und Erziehungsdienstes?", sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske am Mittwoch in Frankfurt.

Zuvor hatten mehr als 300 Vertreterinnen und Vertreter aus den Streikbetrieben des Sozial- und Erziehungsdienstes über die Bewertung der Schlichtungsempfehlung diskutiert. Hauptkritik war, dass die Empfehlung keine wirkliche Aufwertung der schwierigen und verantwortungsvollen Tätigkeiten vorsieht und insbesondere im Bereich der Sozialarbeit und Sozialpädagogik, völlig unzureichend ist. "Die Kolleginnen und Kollegen im Sozial- und Erziehungsdienst erwarten zu Recht, dass ihre Arbeit aufgewertet wird. Deshalb werden wir versuchen, in den Verhandlungen mit den Arbeitgebern, die heute Abend wieder aufgenommen werden, noch Verbesserungen zu erreichen", sagte Bsirske. Dies betreffe vor allem den Bereich der Sozialarbeiter und Sozialpädagoginnen, aber auch etwa die Frage der Laufzeit. Die Bundestarifkommission, die am Freitag zusammen kommt, solle auf dieser Basis dann eine Mitgliederbefragung einleiten. In den nächsten vier Wochen würden dann die Ergebnisse auf der Basis der Schlichtungsempfehlung intensiv mit den ver.di-Mitgliedern im Sozial- und Erziehungsdienst diskutiert, die dann darüber abstimmen. "Es muss einen Unterschied machen, ob jemand sich in der Gewerkschaft organisiert oder nicht. Deshalb sollen die ver.di-Mitglieder in dieser Frage entscheiden. Sie wissen am besten, ob mögliche Verbesserungen für sie ausreichend sind."

Die Verhandlungen mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) werden am heutigen Mittwochabend in Offenbach wieder aufgenommen und am Donnerstag fortgesetzt. Am Freitag kommt die Bundestarifkommission von ver.di zusammen. Die Mitgliederbefragung soll in der nächsten Woche beginnen.

Zusatz vom 25.06.2015:

Die Verhandlungen zwischen der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) im Anschluss an die Schlichtung zum Sozial- und Erziehungsdienst sind bis zum Abschluss der ver.di-Mitgliederbefragung vertagt worden. "Die Arbeitgeber waren nicht bereit, über das Ergebnis der Schlichtung hinaus zu gehen.

Deshalb haben jetzt die ver.di-Mitglieder im Sozial- und Erziehungsdienst das Wort", sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske am Donnerstag in Offenbach. "Unser Ziel war die generelle Aufwertung des Sozial- und Erziehungsdienstes, die Schlichtungsempfehlung stellt nicht mehr als einen Schritt in Richtung einer Aufwertung dar."

 In den nächsten fünf Wochen wird ver.di nach Vorstellung und Diskussion der Schlichtungsempfehlung in den Betrieben eine aufsuchende Mitgliederbefragung durchführen. Nach Abschluss der Mitgliederbefragung werden eine erneute Streikdelegiertenkonferenz und anschließend die Bundestarifkommission das Ergebnis beraten und bewerten. Die Streiks bleiben für die Dauer der Mitgliederbefragung ausgesetzt. "Es wäre widersinnig, die Mitglieder über die Schlichtungsempfehlung abstimmen zu lassen und gleichzeitig dagegen zu streiken", so Bsirske. Die Verhandlungen zwischen der VKA und ver.di sollen am 13. August wieder aufgenommen werden.