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Telekom schließt Kindergarten

Telekom schließt Kindergarten

„Kein Herz für Kinder“: Protest am 26.07. am Marsplatz in München 22.07.2016

Der Kindergarten in München am Areal Marsplatz/Blutenburgstraße soll Mitte 2017 geschlossen werden, teilte die Telekom dem Konzernbetriebsrat mit. Die Telekom will mit dieser und ähnlichen Maßnahmen 1,7 Millionen Euro jährlich bei betrieblicher Kinderbetreuung einsparen. Bei einigen Einrichtungen werden „Telekomplätze“ reduziert, an anderer Stelle werden die Elternbeiträge erhöht, die Kinderkrippe in der Dingolfinger Straße soll halbiert und der Kindergarten am Marsplatz in München soll ganz geschlossen werden. „Die Telekom hat ganz offensichtlich kein Herz für Kinder“, klagte Mechthild Birkenbach-Horndasch, Vorsitzende der ver.di-Betriebsgruppe Technik bei der Telekom in München.

Das Gebäude, in dem der Kindergarten untergebracht ist, sowie die angrenzenden Flächen sollen nun verkauft werden, ohne dass die Telekom den Kindergarten-Standort weiter betreibt. „Diese Nachricht trifft uns wie ein Schlag“, so Birkenbach-Horndasch. 14 Kinder von Telekom-Beschäftigten sind derzeit hier untergebracht, zwei weitere kommen im Sommer dazu und es gibt weitere Interessenten. Die AWO als Träger der Einrichtung ist bisher nur vage informiert.

Der Kindergarten Blutenburgstraße ist der erste und somit älteste Kindergarten der Telekom bundesweit. Die Betriebsräte hatten zehn Jahre lang gekämpft, um ihn durchzusetzen. „Am Ende waren alle stolz darauf. Auch der Arbeitgeber hat sich immer wieder mit dieser sozialen Tat gerühmt“, berichten die Betriebsräte.

„Work Life Balance, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Frauenförderung und, und, und sind für die Telekom nur noch Floskeln“, erklärte Birkenbach-Horndasch. Am Ende zähle immer das große Geld. „Derselbe Konzern lässt sich das Sport-Sponsoring jedes Jahr mehr als 50 Millionen Euro kosten“, so Birkenbach-Horndasch, „aber für Kinder hat man kein Geld. Das ist nichts als schäbig.“ Besonders betroffen mache außerdem, dass es sich um einen Integrationskindergarten handelt, der damit wichtige soziale Aufgaben über die Kinderbetreuung hinaus erfüllt.

Telekom-Beschäftigte, Betriebsräte und die Eltern mit ihren Kindern werden deshalb am

  • Dienstag, den 26. Juli, ab 15.30 Uhr
    am Areal des Kindergartens
    Ecke Blutenburg-/Pappenheimerstraße

für den Erhalt des Kindergartens demonstrieren.