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Tarifverhandlungen in bayerischen Kliniken

Tarifverhandlungen in bayerischen Kliniken

28.07.2017

Die Gewerkschaft ver.di hat mehrere bayerische Krankenhäuser zu Verhandlungen über einen Tarifvertrag Entlastung aufgefordert. Nachdem das Thema schon seit längerem für die HELIOS Amper Kliniken AG (Dachau) als gesetzt gilt, wurden nunmehr auch die Sozialstiftung Bamberg, das Klinikum Augsburg und die Kreiskliniken Günzburg-Krumbach zu Tarifverhandlungen aufgefordert. „Die Patienten erwarten eine angemessene Versorgung, die Beschäftigten endlich Entlastung“, so Robert Hinke, Leiter des Fachbereichs Gesundheit und Soziales bei ver.di Bayern.

„Nachdem wir der Politik gegenüber unsere Forderung nach ‚mehr Krankenhauspersonal‘ mit annähernd 60.000 allein in Bayern gesammelten Unterschriften nachdrücklich bekräftigt haben, nehmen wir die Arbeitgeber in die Pflicht“, erklärte Hinke. Durch die Personalnot sei der Druck auf die Beschäftigten enorm. Vor allem Pflegekräfte hätten permanent die Sorge, nicht so pflegen und versorgen zu können, wie es fachlich geboten wäre, berichtete Hinke.

„Der Dauerstress belastet und macht viele Beschäftigte selbst krank. Überdurchschnittliche Krankenstände, hohe Teilzeitquoten, die Flucht in andere Berufsfelder und ein erhöhtes Risiko des vorzeitigen Ausstiegs aus dem Erwerbsleben sind markante Folgen“, erklärte Kathrin Weidenfelder, Fachsekretärin bei ver.di für die Krankenhausbranche.

Die Aufforderung zu Tarifverhandlungen sind eingebettet in die bundesweite Bewegung der Gewerkschaft ver.di für mehr Personal und Entlastung im Krankenhaus. Bundesweit fehlen 162.000 Stellen, 70.000 allein in der Pflege. „Die Arbeitgeber haben die Verantwortung für gute Arbeitsbedingungen“, wie Hinke vermerkt, „die durch entsprechende Tarifverträge zu regeln und abzusichern sind. Der Gesetzgeber hat die Verantwortung für eine gute Ge-sundheitsversorgung mit einer vorgeschriebenen Personalausstattung und einer ausreichenden, zweckgebundenen Finanzierung. Beides wollen wir sicherstellen.“