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Tarifstreit bei der AWO: Beschäftige übergeben Resolution

Tarifstreit bei der AWO: Beschäftige übergeben Resolution

15.03.2017

Zur dritten Verhandlungsrunde des Tarifvertrages Arbeiterwohlfahrt (AWO) Bayern am 16. März 2017 übergeben die Beschäftigten eine Resolution, in der sie sich enttäuscht über die Verhandlungsführung des Arbeitgeberverbands der AWO zeigen. „Die Löhne in den unteren Gehaltsgruppen wollen die AWO-Verhandler geringer steigen lassen. Gerade die Hilfskräfte leiden aber unter den hohen Lebenshaltungskosten in der Region München am meisten“, hält Christian Reischl von ver.di Bayern dagegen. Damit werde der Unterschied zum Leittarifvertrag TVöD noch größer.

„Ausgerechnet die Arbeiterwohlfahrt macht sich damit zum ‚Niedriglöhner‘“, kritisierte Heike Klatt von der AWO München, die auch Mitglied der ver.di-Tarifkommission ist.

"Erheblichen Nachholbedarf bei den Einkommen“ hatte kürzlich SPD- Kanzlerkandidat Martin Schulz festgestellt  und forderte, dass das die Tarifpartner bei ihren nächsten Verhandlungen berücksichtigen sollten. „Da werden wir Martin Schulz wörtlich nehmen“, stimmte Christian Reischl zu. Er verwies auch auf die Wurzeln der Arbeiterwohlfahrt: „Die AWO sollte auch bei den eigenen Löhnen ihre Wurzeln in der Arbeiterbewegung nicht verleugnen: Die AWO wurde durch die SPD-Reichstagsabgeordnete Marie Juchacz 1919 gegründet und ist weiter SPD-nah“, so Reischl.

Ein weiterer großer Streitpunkt in den Verhandlungen ist, dass Neubeschäftige bei der AWO auf einen Tag Urlaub verzichten müssen. „Das finden wir ungerecht. Sie bezahlen damit die Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und andere Maßnahmen im Zusammenhang mit dem TV Demographie. Diese sollten aber vom Arbeitgeber und allen Beschäftigten, nicht nur durch eine Gruppe, getragen werden“, kritisierte Reischl. Daher fordere ver.di 30 Tage Urlaub für alle Beschäftigte gleichermaßen. „Gesundheitsschutz darf nicht zu Lasten von Neubeschäftigten finanziert werden“, meinte dazu auch Heike Klatt.