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Entlassungen beim Funkhaus Nürnberg

„Ältere loswerden, Betriebsrat zerschlagen“?

05.02.2013

Beim Funkhaus Nürnberg wurden letzte Woche acht Kündigungen ausgesprochen. „Das Vorgehen lässt absolute soziale Kälte und die Unfähigkeit der Geschäftsführung erkennen. Die Geschäftsführung sucht Fehler überall, nur nicht bei sich selbst“, kritisierte ver.di-Sekretär Valentin Döring. Betroffen sind langjährige Mitarbeiter und mehrere Mitglieder des Betriebsrates. „Ziel der Geschäftsführung ist offensichtlich, ältere Kollegen loszuwerden und nebenbei den Betriebsrat zu zerschlagen“, so Döring. Ein Konzept, wie es medial und von der Arbeitsverteilung her weiter gehen solle, habe die Geschäftsführung dagegen bisher nicht vorgelegt.

Am Freitag, den 18.1.2013 wurde dem Betriebsrat abends ein Konzept übergeben, das massive Veränderungen für die Beschäftigtenstruktur des Funkhauses enthält, darin aufgeführt auch der Abbau von zunächst acht Stellen. In der folgenden Woche wurde der Betriebsrat  mit bereits  getroffenen Entscheidungen konfrontiert: Ihm wurden am 23.1.2013 Anhörungen zu acht Kündigungen übergeben, hierunter zwei außerordentliche Kündigungen von Betriebsratsmitgliedern. Trotzdem der Betriebsrat allen Entlassungen widersprochen hat, erhielten zum letzten Wochenende die acht Beschäftigten schriftliche Kündigungen. ver.di unterstützt die gekündigten Beschäftigten nun bei der juristischen Gegenwehr.

Die Auswahl der zu kündigenden Personen wurde nach Darstellung des Funkhauses anhand eines „Leistungsrasters“ getroffen. „Ein seltsames Verfahren, wenn es dazu führt, dass man vollständig auf Spezialisten verzichten und in Zukunft nur noch „Alleskönner“ beschäftigen will“, kritisierte Döring. Weder mit dem Betriebsrat noch mit den Gewerkschaften wurden vor dem nun angestrebten drastischen Schnitt Gespräche geführt. Bei der Identifizierung der haltenswerten „Highperformer“ sei das Raster so gewählt worden, dass die Betroffenen schon vorher feststanden. „Die Geschäftsführung handelt als Marionette der Gesellschafter und geht gezielt gegen den Betriebsrat und die älteren Beschäftigten vor. Mitbestimmung wird gezielt verunmöglicht“, so die Bewertung von Valentin Döring.

An der Gesellschaft FUNKHAUS Nürnberg Studiobetriebs-GmbH sind die Verlage Müller Medien, Nürnberger Nachrichten, Abendzeitung, Burda Medien sowie weitere mittelständische bayerische Medienunternehmen beteiligt.