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Proteste am Flughafen München: Beschäftigte extrem belastet

Proteste am Flughafen München: Beschäftigte extrem belastet

"Beispielloser Abwärtswettlauf der Arbeitsbedingungen an den Flughäfen" 02.06.2016

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat zeitgleich mit anderen internationalen Gewerkschaften am 1. Juni 2016 am Flughafen München eine symbolische Protestaktion durchgeführt, um auf die extremen Belastungen der Beschäftigten in den Bodenverkehrsdiensten aufmerksam zu machen und sich für existenzsichernde Arbeitsverhältnisse in der Branche einzusetzen. Insgesamt haben sich an neun deutschen Flughäfen bei ver.di organisierte Beschäftigte in den Bodenverkehrsdiensten an der Protestaktion beteiligt. Im Laufe des Tages gab es ebenfalls Aktionen an Flughäfen in Australien, Irland, den Niederlanden, Schweden, Brasilien und den USA.

Nach der Betriebsversammlung am Flughafen München beteiligten sich ca. 30 Beschäftigte aus der Flughafengesellschaft München, dem Tochterunternehmen Aeroground sowie dem Dienstleister Swissport Losch an der Aktion. Die ver.di Aktivisten ließen am Terminal zwei Transparente mit der Aufschrift: „Rekordgewinne für Airlines- Beschäftigte unter Druck“ herunter und verteilten Flugblätter an die Passagiere. „Die auf dem Foto zu sehenden 50 Koffer symbolisieren dass, was ein Beschäftigter am Flughafen in ca. 10 Minuten in die Flugzeuge ein- oder auslädt“ so Ralf Krüger, Betriebsrat der FMG und ver.di Aktivist. „Gleichzeitig sind Lohn, Arbeitszeiten etc. auf einer endlosen Rutschbahn nach unten. Alle Unternehmen in der Branche haben fette Gewinne, insbesondere die Airlines. Es wird Zeit für faire Bedingungen für die Bodenverkehrsdienstbeschäftigten. In Deutschland und überall“.

Diese Forderungen würden durch den von der Internationalen Transport-Arbeiter-Föderation (ITF) erstellten Recherchebericht „Rekordgewinne für Airlines – Flughafenbeschäftigte unter Druck“ (www.verdi-airport.de/473) untermauert. Der Bericht zeigt, dass die weltweiten Luftfahrtunternehmen trotz zu erwartender Rekordgewinne in Höhe von insgesamt 36,3 Milliarden US-Dollar einen beispiellosen Abwärtswettlauf der Arbeitsbedingungen an den Flughäfen in Gang gesetzt haben. Im Anschluss an die Aktion wurde deshalb dieser Bericht der Geschäftsführung der Lufthansa am Standort des Flughafens München übergeben.

„Der Abwärtswettlauf wird von Kostensenkungsmaßnahmen in Gang gesetzt, die Luftfahrtunternehmen haben es in der Hand, ihn zu stoppen und ein nachhaltiges Beschäftigungsmodell umzusetzen, mit dem eine qualifizierte und erfahrene Belegschaft aufrechterhalten wird“ so Ralf Krüger.

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