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Tarifabschluss im bayerischen Einzel- und Versandhandel

Tarifabschluss im bayerischen Einzel- und Versandhandel

08.08.2017

Nach vierzehn Wochen Tarifkampf im bayerischen Einzel- und Versandhandel einigten sich die Tarifparteien auf einen Tarifabschluss. Der Einigung waren über eintausend Streikaktionen im bayerischen Einzelhandel vorausgegangen.

Der Abschluss sieht eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um insgesamt 4,3 Prozent in den nächsten 24 Monaten vor. Dabei werden die Entgelte ab dem 1. Juli diesen Jahres rückwirkend um 2,3 % und am 1. Mai 2018 um weitere 2,0 % erhöht. Im Mai 2018 erhalten die Beschäftigten zusätzlich eine Einmalzahlung von 50 €, Teilzeitbeschäftigte anteilig. Die Ausbildungsvergütungen werden überproportional erhöht. Eine Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge im Einzelhandel, damit diese auch für Dumpingunternehmen gelten, lehnten die Arbeitgeber bis zum Schluss ab.

„Nach einem derart langen und engagierten Tarifkampf ist ein Tarifabschluss, der den Menschen auch real mehr Geld in die Taschen bringt, ein Erfolg. Natürlich haben die Beschäftigten mehr verdient, aber jeder Euro den wir durchgesetzt haben, kommt bei den Beschäftigten und ihren Familien an, stärkt unser Sozialsystem und es werden davon immer auch Steuern bezahlt. Ohne den engagierten Kampf der Streikenden in über 1.000 Streikaktionen wäre dieses Ergebnis nicht möglich gewesen“, erklärte Hubert Thiermeyer, ver.di Verhandlungsführer in Bayern.

„Wir sind im Kampf gegen die drohende Altersarmut im Einzelhandel einen Schritt weiter gekommen, aber noch weit entfernt von einer wirklichen Lösung. Deshalb kämpfen wir auch in Zukunft für eine echte Rentenreform,“ so Thiermeyer weiter.

„Den Kampf um die Allgemeinverbindlichkeit unserer Tarifverträge führen wir ebenfalls fort. Es ist und bleibt ein Skandal, dass die Dumpingunternehmen ihre Schmutzkonkurrenz auf dem Rücken der Beschäftigten austragen und die verheerenden Folgen, wie Armut trotz Arbeit, auf die Allgemeinheit abwälzen können“, fügte der Verhandlungsführer hinzu.

Das Tarifergebnis unterliegt einer Erklärungsfrist. Am 18. August wird die Große Tarifkommission der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft endgültig über den Tarifabschluss entscheiden.