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Equal Pay Day - Typisch Bayern: Frau, Rentnerin, arm

Equal Pay Day - Typisch Bayern: Frau, Rentnerin, arm

14.03.2017

In Bayern verdienen Frauen noch weniger als im Durchschnitt Deutschlands. Die unbereinigte Lohnlücke liegt in Bayern bei 24 Prozent. Die überwältigende Mehrheit (1,1 Millionen) der insgesamt 1,4 Millionen Teilzeitbeschäftigten in Bayern sind Frauen. Auch das Arbeitszeitvolumen der Frauen in Bayern ist sehr niedrig. Dies erklärt auch die hohe Altersarmut von Frauen in Bayern. „Frau, Rentnerin, arm – das ist gerade in Bayern eine typische Kombination“, kritisierte die Frauensekretärin von ver.di Bayern, Bettina Messinger, anlässlich des „Equal Pay Day“ am 18. März.

Derzeit beträgt die Durchschnittsrente in Bayern für Rentenbezieher seit 2015 ca. 1.049 Euro im Monat für Männer und 616 Euro für Frauen. Schon jetzt muss die Hälfte der Frauen mit weniger als 600 Euro Rente auskommen.

Seit 10 Jahren wird mit dem Equal Pay Day auf die Lohnunterschiede von Frauen und Männern aufmerksam gemacht. „Bewegt hat sich seitdem aber nur wenig“, kritisierte Messinger. 2006 lag die Differenz zwischen den durchschnittlichen Löhnen von Frauen und Männern bei 23 Prozent. Und nach neuesten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes liegt der Gender Pay Gap im Jahr 2016 bei 21 Prozent. „Eine magere Verbesserung“, stellte Messinger fest.

Schaut man sich den durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Männern und Frauen an, macht dies einen Unterschied von 4,45 Euro.

Dass die Lohnlücke auch strukturelle Ursachen hat, zum Beispiel lange Familienphasen, habe auch die bayerische Arbeitsministerin Emilia Müller erkannt. Umso unverständlicher sei deshalb, dass Bayern das Betreuungsgeld beschlossen hat. „Dies setzt eindeutig einen falschen Anreiz gegen die Berufstätigkeit von Frauen“, so Messinger. „Vielmehr brauchen wir einen Rechtsanspruch auf Rückkehr aus Teilzeit- in Vollzeitbeschäftigung und den Ausbau der qualitativen und quantitativen Kinderbetreuung“, forderte die ver.di-Frauensekretärin.