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„Bei der Post liegen die Nerven blank“

„Bei der Post liegen die Nerven blank“

Maßnahmen der Post laufen dem demokratischen Grundrecht auf Streik zuwider 12.06.2015

Seit Montag, den 8. Juni 2015 hat ver.di die Postbeschäftigten zu unbefristeten Streiks aufgerufen. „Die Nerven liegen bei der Post deshalb anscheinend gleich zu Beginn völlig blank“, mutmaßt Anton Hirtreiter von ver.di Bayern. Als Anlass für diesen Verdacht dienen ihm extreme Vorfälle der letzten Tage.

Beim Briefzentrum Freising sind ein Kleinbus mit Bonner (Post-)Kennzeichen und weitere Fahrzeuge mit Personen, die als Streikbrecher eingesetzt werden sollten, mit großer Geschwindigkeit auf die Streikposten zugefahren. „Nur durch einen beherzten Sprung zur Seite konnte ein Streikposten verhindern, dass er überfahren wurde“, berichtete Hirtreiter über den durch Zeugen belegbaren Vorfall.

Dieser Vorfall reiht sich ein in weitere Maßnahmen der Post, die dem demokratischen Grundrecht auf Streik zuwider laufen:

  • Beim Briefzentrum Kempten wurde der Schutzzaun mit Bolzenschneidern aufgeschnitten, um so Streikbrecher an den Streiktoren vorbei ins Briefzentrum zu Streikbrecherarbeiten lotsen zu können.
  • Leiharbeitsfirmen werden gebeten, ihre Dienstleistung anzubieten, obwohl tarifvertragliche Regelungen mit den Arbeitgeberverbänden der Zeitarbeitsfirmen einen Einsatz von Leiharbeitnehmern in bestreikten Betrieben nicht zulassen.

Entgegen den Behauptungen der Deutschen Post AG scheint der unbefristete Streik doch schon massive Auswirkungen zu haben. Anders lasse sich nicht erklären, dass zum Beispiel in Nürnberg in der Kirchhofstraße 5 eine Halle angemietet wurde, um dort Post zu lagern. ver.di wurde zudem von Postkunden informiert, dass die Infopost in dieser Woche nicht bearbeitet werden könne. Auch nächste Woche könne eine Bearbeitung nicht sichergestellt werden.

ver.di fordert den Postvorstand auf, unverzüglich und ohne Vorbedingungen an den Verhandlungstisch zurück zu kehren und das Angebot der ver.di vom 2. Juni 2015 anzunehmen, um somit die Interessen der Postkunden, aber auch der Postbeschäftigten gleichermaßen zu wahren.