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„Die Politik muss den Postvorstand zur Vernunft bringen“

„Die Politik muss den Postvorstand zur Vernunft bringen“

Führung der Post „offenkundig außer Rand und Band“ 18.06.2015

Der Einsatz von Leiharbeitnehmern trotz tariflichen Verbots, der tausendfache Einsatz von Beamten im gesamten Bundesgebiet, der Einsatz von Werkvertragsfirmen, Sonntagsarbeit in der Paketzustellung, die Verteilung und Bearbeitung von Postsendungen durch Geschäfts- und Privatkunden (Brief- und Geschäftsgeheimnisse gibt es anscheinend nicht mehr) – die Liste des höchst eigenwilligen Gebarens der Post ist lang. Dazu kommt noch der kurzfristige Einsatz von rumänischen, polnischen und anderen Arbeitnehmern als Streikbrecher. „Es ist absolut an der Zeit, dass die Politik den Postvorstand zur Vernunft bringt“, forderte Anton Hirtreiter von ver.di Bayern.

Die Führung der Post sei „offenkundig außer Rand und Band“, sagte Hirtreiter: „Deshalb muss nun der Bund als Hauptaktionär bei der Post für Recht und Ordnung sorgen.“ ver.di fordert deshalb die Politik auf, sofort auf den Postvorstand einzuwirken, durch Fortsetzung der Tarifverhandlungen einen tragfähigen Kompromiss zu suchen. „Wegschauen oder billigend zur Kenntnis nehmen darf nicht Politikalltag sein und verlängert die Tarifauseinandersetzung nur. Wer als Politiker über die Auswirkungen der Streiks jammert, aber nichts tut, ist mitverantwortlich“, stellte Hirtreiter fest. Dagegen finde der Arbeitskampf der Postler in der Bevölkerung und in den Medien weiterhin großen Rückhalt.

In der Nacht vom 17. auf den 18. Juni sind die Beschäftigten der ersten zwei Paketsortierzentren (Augsburg und Nürnberg) von insgesamt fünf (weitere sind in Aschheim, Kitzingen und Regensburg) in den Streik getreten.

Ebenfalls mit Beginn des 18. Juni legten Beschäftigte bei weiteren Zustellstützpunkten in Bayern die Arbeit nieder. Auch in der Landeshauptstadt München komme die Briefzustellung immer mehr zum Stillstand, berichtete Hirtreiter: „Einen Stopp der Ausweitung der Warnstreiks kann es aber erst geben, wenn der Postarbeitgeber wieder am Verhandlungstisch sitzt“, stellte Hirtreiter klar.