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Warnstreiks am Flughafen München

Warnstreiks am Flughafen München

09.04.2018

Am 10. April 2018 streikt das Bodenpersonal am Flughafen München. Denn auch nach der zweiten Verhandlungsrunde gibt es von den Arbeitgebern kein Angebot für eine Tariferhöhung. Ohne eine spürbare Lohnerhöhung wird es in dieser Tarifrunde keine Landung geben.

Wir streiken.
Nicht gegen Sie, sondern für eine gerechte Bezahlung.

Warum streiken wir?
365 Tage im Jahr sorgen wir für hohe Qualität und Sicherheit an deutschen Flughäfen. Wir kümmern uns rund um die Uhr darum, dass der Flughafen reibungslos funktioniert – damit Sie Ihre Reise bequem und sicher antreten können. Doch während Sie in Ihren wohlverdienten Urlaub abheben, bleiben unsere Gehälter immer öfter durch Outsourcing und Lohndumping auf der Strecke.

ver.di fordert mehr Lohn im öffentlichen Dienst. Dazu gehören auch wir – die Beschäftigten der Flughäfen. Aber auch nach zwei Verhandlungsrunden gibt es von den Arbeitgebern kein Angebot zur Lohnerhöhung, sondern nur Verweigerung. Deshalb beteiligen wir uns jetzt an Warnstreiks.

Faktenbox
• 30% Gehaltsunterschiede durch Dumpinglöhne und Outsourcing
• 83% empfinden die Arbeit als nicht existenzsichernd.
• 40% sind befristet eingestellt.

Wir sind es wert.
Wir sind diejenigen, die immer für Sie da sind, wenn Sie Ihre Geschäftsreise oder Ihren Urlaub antreten. Egal ob Weihnachten oder Ostern, ob 05:00 Uhr in der Früh oder 22.00 Uhr am Abend, beim Einchecken oder beim Aussteigen aus dem Flugzeug ¬ wir und viele weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Hintergrund ermöglichen Ihnen, sicher und schnell zu reisen. Und wir wollen, dass Ihre Reise eine schöne Erinnerung bleibt.

Oft genug wurden uns leere öffentliche Kassen vorgehalten. Jetzt sind sie aber prall gefüllt. Die Passagierzahlen erleben einen Boom. Wir stellen sicher, dass Sie verlässlich mit geschultem und motivierten Personal von unseren Flughäfen an- und abreisen können. Wir erwarten dafür aber eine Anerkennung unserer Arbeit durch bessere Löhne.

Bitte haben Sie Verständnis.
Wir tragen tagtäglich dazu bei, dass die Flughäfen immer neue Rekordzahlen schreiben. Wir brauchen eine gerechte Lohnerhöhung – und wegen unserer eher niedrigen Einkommen ist für uns eine Mindesterhöhung ganz besonders wichtig. Dafür bitten wir Sie um Unterstützung durch Ihr Verständnis.
Vielen Dank.

Bitte haben Sie auch Verständnis dafür, dass wir Ihnen nichts zu Ihrem Flug sagen können. Entscheidungen dazu trifft Ihre Fluggesellschaft. Deshalb erhalten Sie alle Informationen zu Ihrem Flugstatus direkt bei Ihrer Fluggesellschaft.

 

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Warnstreiks an den Flughäfen München und Frankfurt
Öffentlicher Dienst: ver.di dehnt Warnstreiks vor der dritten Verhandlungsrunde bundesweit massiv aus - auch Flughäfen betroffen

Berlin, 09.04.2018

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) weitet die Warnstreiks im öffentlichen Dienst vor der dritten Verhandlungsrunde am 15. und 16. April massiv aus. Am Dienstag (10. April 2018) wird es in allen Bundesländern zum Teil flächendeckende Streiks geben.
Betroffen sind alle Bereiche des öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen, auch Flughäfen.

"Die Arbeitgeber haben bislang kein Angebot vorgelegt. Mit Warnstreiks und Aktionen erhöhen die Beschäftigten jetzt den Druck, damit die Arbeitgeber ihre Blockadehaltung endlich aufgeben", betont der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske. In der nächsten Verhandlungsrunde müsse es zu einem tragfähigen Ergebnis kommen.
Daher habe ver.di für morgen beispielsweise auch zu Streiks an den Flughäfen in Frankfurt, München, Köln und Bremen aufgerufen. Es sei davon auszugehen, dass es dadurch zu starken Einschränkungen im Luftverkehr kommen werde. Bestreikt werden die Bodenverkehrsdienste und teilweise auch die Flughafenfeuerwehr.

Auch in zahlreichen anderen Bereichen und Dienststellen des öffentlichen Dienstes wird es in den kommenden Tagen vor der nächsten Verhandlungsrunde bundesweit zu massiven Streiks kommen, so in Nordrhein-Westfalen, wo ebenfalls am Dienstag unter anderem der Nahverkehr bestreikt wird, ebenso der gesamte Bereich der kommunalen Betriebe (z.B. Stadtverwaltung, Versorgungsbetriebe, Kitas etc.) sowie Bundeseinrichtungen wie Wasserschifffahrtsämter und Job Center.

In der Zeit vom 10. April bis zum 13. April muss in allen Bundesländern mit massiven Streiks gerechnet werden. Damit unterstreichen die Beschäftigten ihre Forderungen in der laufenden Tarifrunde.

"Die Wirtschaft boomt, und die Steuereinnahmen von Bund und Kommunen sind so hoch wie lange nicht mehr. Auch die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes an der guten wirtschaftlichen Entwicklung teilhaben zu lassen, ist nicht nur fair, sondern es sichert auch die Zukunft des öffentlichen Dienstes. Das liegt im Interesse aller Bürgerinnen und Bürger, die auf einen gut funktionierenden öffentlichen Dienst angewiesen sind", betont Bsirske.

ver.di fordert für die rund 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten des öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Darüber hinaus fordert ver.di eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte um 100 Euro pro Monat. Außerdem sollen Auszubildende nach einem erfolgreichen Abschluss verpflichtend übernommen werden.

Die nächste Verhandlungsrunde findet am 15. und 16. April in Potsdam statt.