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„Das Friseurhandwerk geht baden“

„Das Friseurhandwerk geht baden“

25.08.2017

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) wird am Dienstag, den 29. August in München, Sonnenstraße 19 gegen schlechte Entlohnung und fachfremde Ausbildungsbedingungen im Friseurhandwerk protestieren. Bundesweit mobilisiert ver.di in rund 20 Städten mit kreativen Aktionen unter dem Motto „Das Friseurhandwerk geht baden“ für höhere, bundesweit angeglichene Vergütungen für die rund 23.000 Auszubildenden.

Die Aktion ist Teil der bundesweiten Tarifkampagne „Besser abschneiden“, die ver.di gestartet hat (http://www.besser-abschneiden.info und www.facebook.de/besserabschneiden ). Im Zuge der Kampagne haben sich über 1.800 Auszubildende der Gewerkschaft angeschlossen.

Die Branche ist durch schlechte Bedingungen und Nachwuchsmangel gekennzeichnet. „Auszubildende im Friseurhandwerk sind völlig unterbezahlt. Im Durchschnitt werden im Osten nur 269, im Westen 494 Euro monatlich gezahlt. Deswegen wird es höchste Zeit für höhere Ausbildungsvergütungen und eine bundesweite Angleichung der Vergütungen. Die Arbeitgeber sollten daran auch im Sinne des Fachkräftenachwuchses Interesse haben“, sagte ver.di-Sekretär Marvin Reschinsky.

„In Bayern bekommen die Auszubildenden im ersten Ausbildungsjahr 465 Euro. Das ist völlig unzureichend“, betonte auch Tanja Kirchner, Landesjugendsekretärin bei ver.di Bayern. Und sogar das sei auch lediglich eine Empfehlung der Friseurinnung, an die sich die Arbeitgeber nicht verpflichtend halten müssten, so Kirchner.

Nicht nur die schlechte Bezahlung, auch häufige Überstunden und ausbildungsferne Tätigkeiten wie Kaffeekochen sowie die Erwartung, dass Ausrüstung wie teure Scheren und Kämme selbst finanziert wird, prägen den Alltag vieler junger Berufseinsteiger. Die durchschnittlichen monatlichen Entlohnungen liegen zudem weit unter dem bundesweiten Gesamtdurchschnitt der tariflichen Ausbildungsvergütungen in Höhe von 826 Euro (Zahlen: Bundesinstitut für Berufsbildung für 2015).