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ver.di auf der ConSozial

ver.di auf der ConSozial

07.11.2017

Am 08. und 09. November findet in Nürnberg die ConSozial statt, die größte Sozialmesse im deutschsprachigen Bereich. Mit über 160 Referenten und über 200 Ausstellern wird das Fachwissen dieser Branche präsentiert. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft wird auf dieser Messe präsent sein und den Fokus auf die Belange der Beschäftigten im Sozialbereich lenken.

Diese Messe biete die Möglichkeit des Erfahrungsaustausches. „Vor allem die Beschäftigten des sozialen Bereichs selbst können hier viel über ihren beruflichen Alltag und den bestehenden Belastungen berichten“, erklärte Brigitte Zach von ver.di Bayern.

„Der Alltag in unseren Einrichtungen ist belastend“, berichtet Linda Sewald, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der ver.di-Landesfachgruppe Sozial-, Kinder- und Jugendhilfe in Bayern: „Oftmals sind wir in den Einrichtungen personell nicht ausreichend ausgestattet“, kritisierte Sewald. Der tatsächliche Personalschlüssel sei nicht ausreichend. „Die Arbeitsbedingungen, die demogra-fische Entwicklung und der steigende Bedarf in Krippen, Kitas, Horten und Ganztagsschulen macht zunehmend deutlich, wie viele Fachkräfte fehlen“, berichtete Sewald.

Deshalb müsse die Attraktivität des Erziehungsdienstes schon mit der Ausbildung und während der Berufstätigkeit hinsichtlich der Bedingungen und der Bezahlung gesteigert werden, so Sewald. Die Bezahlung sollte auch während der Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin tariflich geregelt werden. Damit könnten sich junge Menschen für diesen Beruf entscheiden und wären bei der langen Ausbildung nicht auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Gerade bei der großen Auswahl von Ausbildungsberufen und -stätten und freien Stellen wäre eine attraktive Bezahlung ein erster Schritt.
 
Bayern hat mit OptiPrax seit 2016 einen Modellversuch für die Ausbildung von staatlich anerkannten Erzieherinnen in einer geringen Anzahl gestartet, der jedoch je nach Träger unterschiedliche Bedingungen zulässt. Ob sich dieser Modellversuch tatsächlich bewährt, praxistauglich ist und den ausgebildeten Fachkräften tatsächlich vergleichbare berufliche Perspektiven bietet, muss sich noch herausstellen. 

Für Fragen stehen während der Messe Linda Sewald und Dr. Brigitte Zach, Leiterin des ver.di-Fachbereichs Gemeinden am Messestand Halle 3A-508 zur Verfügung.