Pressemitteilungen

„Ältere und Arbeitswelt“: ver.di fordert Bildungsfreistellungsgesetz

„Ältere und Arbeitswelt“: ver.di fordert Bildungsfreistellungsgesetz

15.02.2017

Bayern hinkt bei der Arbeitnehmerbildung nach wie vor den meisten anderen Bundesländern deutlich hinterher. Darauf hat Linda Schneider, stellvertretende Landesbezirksleiterin von ver.di Bayern, nochmals klar hingewiesen. Sie bezog sich dabei auf Äußerungen von Bayerns Arbeitsstaatssekretär Johannes Hintersberger heute bei der Jahresveranstaltung der Initiative ‚Ältere und Arbeitswelt‘ in München.

„Wir stimmen Herrn Hintersberger in der Analyse, dass Weiterbildung und lebenslanges Lernen in jedem Alter wichtig sind, absolut zu. Aber da darf der Besen gerne zunächst einmal im eigenen Hause kehren“, sagte Schneider. „Bayern ist nämlich eines von nur zwei Bundesländern, in denen es keinen gesetzlich geregelten Anspruch auf Bildungsfreistellung für Arbeitnehmer gibt“, kritisierte Linda Schneider.

Gut ausgebildete Beschäftigte seien das Wertvollste, was Unternehmen haben. Weiterbildung fördere gesellschaftliche Innovationen und unterstützt den wirtschaftlichen und technischen Strukturwandel. Für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sei Bildung eine wichtige Voraussetzung für die Sicherung ihrer Beschäftigungsfähigkeit. „Dies gilt nicht nur für berufliches Wissen, sondern auch für allgemeine, politische und digitale Bildung, die im Arbeitsleben zunehmend wichtiger werden. Genau dieses Feld ließe sich mit einer Bildungsfreistellung hervorragend abdecken“, betonte Schneider.

Aus Sicht der Gewerkschaft ver.di ist es deshalb dringend erforderlich, dass auch in Bayern die Weiterbildungsaktivitäten der Beschäftigten politisch unterstützt werden und ein Bildungsfreistellungsgesetz, das einen Rechtsanspruch auf bezahlte Freistellung von der Erwerbsarbeit zum Zwecke der Weiterbildung garantiert, eingeführt wird.

„Wir sind jederzeit zu Gesprächen über Art und Umfang eines solchen Bildungsfreistellungsgesetzes bereit. Wir warten nur auf den Anruf von Herrn Hintersberger“, so Linda Schneider.