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Frank Bsirske unterstützt Beschäftigte im bayerischen Handel

Frank Bsirske unterstützt Beschäftigte im bayerischen Handel

16.05.2017

Nach dem enttäuschenden Auftakt der Tarifverhandlungen im bayerischen Handel ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) Beschäftigte aus über 80 Betrieben zum Streik und zu einer Kundgebung nach Nürnberg auf. Unterstützung bekommen die Streikenden durch den ver.di Vorsitzenden Frank Bsirske, der in Nürnberg zu den Streikenden spricht. Aufgerufen werden Beschäftigte aus ausgewählten Betrieben der Unternehmen Amazon, Adveo, Alliance Healthcare, Dehner, Deutsche Elektrogruppe, Edeka, Esprit, Feneberg, H&M, Hugendubel, Karstadt, Kaufhof, Kaufland, Lidl, Marktkauf, MediaMarkt, Metro C&C, netto, Norma, Phoenix Pharmahandel, real,-, Selgros, V-Markt, Wöhrl und Zara.

„Während auf der einen Seite Beschäftigte hervorragende Arbeit leisten, dafür aber weder in den Tarifverhandlungen Wertschätzung und Respekt erfahren und gleichzeitig von massiver Altersarmut bedroht sind, haben wir auf der anderen Seite Konzerne, die immer weiterwachsen und massive Gewinne machen. Deshalb streiken Beschäftigte gegen diese himmelschreiend ungerechte Entwicklung“, so Hubert Thiermeyer, ver.di Verhandlungsführer in Bayern.

Nach Angaben von ver.di sind akut 70% der Beschäftigten im Handel von Altersarmut bedroht.

Mit Spannung erwarten die Streikenden die Rede des ver.di Vorsitzenden Frank Bsirske auf der Kundgebung in Nürnberg.

Zeitgleich zum Streiktag in Nürnberg findet in München die zweite Tarifverhandlung für den Groß- und Außenhandel Bayern statt.

Die Streikenden treffen sich um 10.20 Uhr zu einer gemeinsamen Streikkundgebung auf dem Kornmarkt in Nürnberg. Dort wird um ca. 11.00 Uhr Frank Bsirske zu ihnen sprechen.

Frank Bsirske steht um 12.30 Uhr zu einem Pressegespräch, bei dem es nicht nur um die Tarifbewegung im Handel geht, im DGB Haus in Nürnberg, zur Verfügung.

Hintergrundinformation:
Tarifverhandlungen werden in Bayern derzeit für die Beschäftigungen im Einzel- und Versandhandel, für den Groß- und Außenhandel, für den genossenschaftlichen Großhandel und den Buchhandel geführt. Aufgerufen sind aber auch Beschäftigte aus Unternehmen, die derzeit für ihre Tarifbindung kämpfen, wie z.B. Amazon oder Wöhrl.

Im Einzel- und Versandhandel in Bayern arbeiten ca. 500.000 Beschäftigte, davon sind ca. 300.000 Beschäftigte vom Tarifvertrag betroffen.
Im Groß- und Außenhandel arbeiten in Bayern 260.000 Beschäftigte.

Für den Einzelhandel fordert ver.di eine Entgelterhöhung um 1€ in der Stunde und 100 € im Monat für die Auszubildenden, sowie die sogenannte Allgemeinverbindlichkeitserklärung der Tarifverträge, damit sie für alle Beschäftigte im Einzelhandel gelten.
Im Groß- und Außenhandel fordert ver.di eine Erhöhung um mindestens 110 € im Monat.

Im Vorfeld der Tarifrunde führte ver.di eine breite Beschäftigtenbefragung im bayerischen Handel durch, an der sich knapp 4.000 Beschäftigte beteiligt hatten. Dort haben 51% angegeben, ihr Arbeitseinkommen reicht nicht aus und 45% stimmten der Aussage zu, ihr Arbeitseinkommen reiche gerade so zum Leben aus. Ebenfalls antworteten 65% mit einem klarem „Nein“ auf die Frage, ob ihre Rente zum Leben reichen wird. Weitere 31% antworteten auf diese Frage mit einem „eher Nein“.