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    Präsentation des ver.di-Kita-Personalchecks

    Präsentation des ver.di-Kita-Personalchecks

    15.09.2021

    Trotz der hohen Motivation der Kita-Beschäftigten sind sie mit ihren Arbeitsbe-dingungen unzufrieden. Das ergibt sich aus einer online-Befragung mit Ergebnis-sen aus allen Regionen und Bereichen, die in der Zeit von Mai bis Juni 2021 von ver.di in Kooperation mit der Hochschule Fulda in bundesdeutschen Kindertages-stätten durchgeführt wurde. Nach einer ersten Auswertung Ende Juni liegt nunmehr die gesamte Auswertung vor.

    An dieser Befragung haben auch Einrichtungen in unterschiedlicher Trägerschaft in Bayern teilgenommen, jedoch waren Beschäftigten aus kommunalen Einrichtungen mit über der Hälfte der Krippen und Kitas, und ¾ der Horte an der Befragung beteiligt, berichtet Dr. Brigitte Zach, Landesfachbereichsleiterin Gemeinden. Die Fachkräfte sind in Krippen zu 98%, in Kitas zu 95% und in Horten zu 78% fest in weiblicher Hand.

    Unter den Befragten waren die Erzieherinnen mit einer Spanne von über 50% bis über 2/3 die größte Beschäftigtengruppe. Die größte Altersgruppe bei den Krippen und Horten gehörte den 25 bis 34-Jährigen und bei den Kitas den 35 bis 44-Jährigen.

    In 40% der Einrichtung haben nach Angaben der Befragten in den letzten 12 Monaten 1-2 Kolleginnen und in fast 30% 3-4 Kolleginnen die Einrichtung verlassen. Als Grund werden zu 5% Rente angegeben, jedoch 30% wegen besserer Arbeitsbedingungen bei einem anderen Arbeitgeber.

    Erschreckend ist jedoch, dass immerhin in einer Spanne von 3 bis 6 % der Fachkräfte angegeben haben, das Arbeitsfeld verlassen zu wollen und weitere 10%, dass dieser Wunsch aufgrund äußerer Umstände nicht möglich sei. Alarmierend ist, dass diese Aussage von Beschäftigten jüngerer Altersgruppen kommen, so Zach. Wenn die Beschäftigten dazu genommen werden, die eine berufliche Weiterentwicklung in Betracht ziehen, dann wandern viele Fachkräfte aus Krippe, Kita und Hort ab. Gut nur, wenn sie dann wenigstens dem Arbeitsfeld erhalten bleiben, etwa, weil sie, wie ca. 5% angegeben haben, eine Qualifizierung für eine Funktion oder eine weitere berufliche Perspektive wahrnehmen wollen.

    Allein die Auswertung dieser Fragen zeigt, dass sich für die Fachkräfte an Krippen, Kitas und Horten ein Handlungsdruck zu besseren Arbeitsbedingungen ergibt. Bei diesem Fachkräftemangel muss alles getan werden, dass die ausgebildeten Fachkräfte so lange wie möglich in diesem Beruf, innerhalb des Arbeitsfeldes und möglichst in Vollzeit verbleiben. Hier sollten Arbeitgeber den Wunsch nach Weiterbildung und Qualifizierung entgegenkommen.

    Für ein Arbeitsfeld, für das bereits jetzt ein Fachkräftemangel herrscht, der weitere Ausbau geplant ist und großer Bedarf besteht, müssten eine Vielzahl von Maßnahmen vorgesehen werden. Neben der Gewinnung von Fachkräften muss das Binden und Halten der Fachkräfte auf die Agenda genommen werden, so Zach.

    Am Mittwoch, dem 15. September 2021, wird ver.di zwischen 18 und 19:30 Uhr mit Dr. Elke Alsago (ver.di), Uwe Ostendorff (ver.di) und Prof. Dr. Nikolaus Meyer (Hochschule Fulda) die Ergebnisse des Kita-Personalchecks vorstellen.

    Teilnehmen können Sie über folgenden Link:
    https://verdi.webex.com/verdi/j.php?MTID=me8cb3b7f982f209b36b8f7ef709fa5a8