Pressemitteilungen

    Zukunft der Kultur in Bayern

    Zukunft der Kultur in Bayern

    30.06.2021

    Die Pandemie hat den Kulturschaffenden in Bayern schwer zugesetzt und damit auch das gesellschaftliche Leben schwer beeinträchtigt. Die Soloselbstständigen in ver.di Bayern fordern deshalb in einem Positionspapier für die Zukunft nachhaltige Maßnahmen zur Unterstützung des kulturellen Lebens.

    „Bayern ist ein Kulturstaat“, heißt es in der Bayerischen Verfassung. Des-halb müssten Kommunen, Bezirke und der Freistaat nach der Pandemie zusammenwirken, um diesem Verfassungsgrundsatz auch zukünftig gerecht zu werden. Die Hilfsprogramme des Bundes und des Freistaates Bayern seien eine große Unterstützung für den Kulturbereich. Leider hinkten sie den Auswirkungen der Pandemie und damit den Folgen für die Betroffenen permanent hinterher.

    Kulturelles Schaffen präge unser gesellschaftliches Leben, fördere den Zusammenhalt und das gegenseitige Verständnis, schaffe Ausdrucksmöglichkeiten und sei auch Spiegel für die Wünsche, Sorgen, Freude und Be-dürfnisse der Bevölkerung. Kreativität brauche jedoch geistige Freiheit und Unabhängigkeit, und diese brauche eine existenzsichernde finanzielle Basis, schreiben die Selbstständigen.

    Sie sehen deshalb Verbesserungsbedarf in den Vertragsgestaltungen bzw. bei Ausstellungsvergütungen freischaffender Künstlerinnen und Künstler. „Serviceagenturen für die Kultur- und Kreativwirtschaft“ auf kommunaler, Kreis- oder Bezirksebene wären eine Möglichkeit, Förderungen niederschwellig zugänglich zu machen und mehr in die Breite zu tragen. Förderprogramme sollten so gestaltet sein, dass eine angemessene Vergütung aller Kreativen, aber auch aller anderen Beteiligten und der Veranstalter*innen gewährleistet ist.

    Die Kultur-und Kreativwirtschaft habe fortgesetzt unter besonders erschwerten Erwerbsmöglichkeiten zu leiden. Alle bisherigen Programme konnten und können diesen Mangel nicht ausgleichen. Eine vollständige Normalisierung sei erst absehbar, wenn zum einen ein Besuch von Veranstaltungen ohne Einschränkung oder Risiko möglich ist, zum anderen damit eine Planbarkeit, Durchführbarkeit und Wirtschaftlichkeit von Veranstaltungen gegeben ist.

    Kulturschaffende und Veranstalter*innen müssten in ihrer Kulturarbeit insbesondere im ländlichen Raum unterstützt werden. Dabei müsse staatlicherseits anerkannt werden: Kultur ist Wirtschaftsfaktor in Stadt und Land und ist unverzichtbar für das menschliche Leben. Kultur sei im Übrigen mehr als Musik, Tanz, Theater, Schauspiel, Malerei oder Bildhauerei: Sie umfasse alle Arten kreativen Schaffens. Dazu gehörten genauso alle Medien und Medienschaffenden sowie Publizist*innen.