Pressemitteilungen

Gute-KiTa-Gesetz: „Familiengeld kein Ersatz für Qualität“

Gute-KiTa-Gesetz: „Familiengeld kein Ersatz für Qualität“

21.09.2018

Am 19. September wurde unter dem Kurzbegriff „Gute KiTas“ ein Gesetzentwurf zur Verbesserung der Bedingungen an Kindertagesstätten vom Bundeskabinett verabschiedet. Damit sollen 5,5, Milliarden Euro in vier Jahren vom Bund an die Länder zur Unterstützung der frühkindlichen Bildung in Deutschland fließen.

Steigerung der Qualität – das klinge zunächst einmal gut, so Linda Sewald, stv. Vorsitzende der Landesfachgruppe Sozial-, Kinder- und Jugendhilfe bei ver.di Bayern, zu diesem Gesetzesentwurf. Aber was bedeutet Qualität in Kindertageseinrichtungen?

Eine gute KiTa verfüge über ausreichend qualifiziertes Personal, das auch tatsächlich in den Einrichtungen täglich zur Verfügung stehe, präzisierte Sewald. Gute pädagogische Arbeit in den KiTas gelinge nur bei ausreichender Zeit für Vor- und Nachbereitung, die im Alltag sehr häufig wegen Personalmangel ausfalle. Gutes qualifiziertes Personal erfordere wiederum eine gute Ausbildung, gute Weiterqualifizierungsangebote bei guter Bezahlung und guten Rahmenbedingungen. „Das Geld muss deshalb in die KiTas und deren personelle Ausstattung fließen“, forderte Sewald.

Kindertageseinrichtungen seien Bildungseinrichtungen und stünden vor allem auch für Chancengleichheit in der frühkindlichen Bildung. Diese müsse in ganz Bayern gewährleistet werden und die Teilhabe an guter Kinderbetreuung sicherstellen, nicht nur in finanzstarken Kommunen und Regionen. Deshalb sei die finanzielle Unterstützung seitens des Bundes und auch des Freistaates Bayern richtig.

„Aber: Familiengeld ist kein Ersatz für Qualität“, betonte Sewald. Schließlich gehe es um Chancengleichheit und gute Startchancen für jedes Kind unabhängig seiner Herkunft, seiner Familie und des Wohnortes.

Die Beitragsfreiheit sei insbesondere für einkommensschwachen Familien kein ausreichender Anreiz, weil sie bereits heute befreit seien oder sie von sozial gestaffelten Gebühren profitierten. Vielmehr müssten Familien die Gewissheit besitzen, dass das Kind bei einem KiTa-Besuch eine für das Kind optimale Betreuung erfahre. „Nur so gelingt es, den Eltern für ihre Berufstätigkeit den Rücken frei zu halten und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten“ erklärte Linda Sewald.