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Warnstreiks bei der AOK in Bayern

Warnstreiks bei der AOK in Bayern

14.02.2020

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat Beschäftigte der AOK für Montag, den 17. Februar zu Warnstreiks in Bayern aufgerufen. Aufgerufen sind alle 39 Direktionen, die Zentralen Einheiten und die Geschäftsstellen in Bayern. Die Beschäftigten wollen damit den Forderungen in der laufenden Tarifrunde Nachdruck verleihen. Streikkundgebungen finden statt in München, Nürnberg, Regensburg, Augsburg, Bamberg, Amberg, Passau, Mühldorf, Aschaffenburg, Schweinfurt, Würzburg sowie in weiteren Orten.

ver.di fordert für die Beschäftigten und Auszubildenden, die unter den Tarifvertrag mit der AOK fallen, unter anderem eine Erhöhung der Gehälter um 6,8 Prozent. Außerdem sollen die Ausbildungsvergütungen für die unterschiedlichen Ausbildungsgänge auf ein einheitliches Niveau angehoben werden. ver.di fordert darüber hinaus einen jährlichen Zuschuss für gesundheitliche Maßnahmen sowie die Verbesserung von Aufstiegschancen in den ersten Beschäftigungsjahren.

Die Arbeitgeber haben in der ersten Verhandlungsrunde am 16. Januar 2020 kein Angebot vorgelegt. Stattdessen forderten sie unter anderem die Abschaffung der Sozialzuschläge, die für die AOK-Beschäftigten einen finanziellen Ausgleich des im GKV-Bereich niedrigeren AOK-Tabellenniveaus darstellen. Der Wegfall des tariflich vereinbarten Sozialzuschlags würde für verheiratete Beschäftigte mit zwei Kindern beispielsweise einen monatlichen Gehaltsverlust von 390 Euro/Monat bedeuten.

„Auch das Angebot aus der zweiten Tarifrunde, die Gehälter bei einer Laufzeit von 36 Monaten in der Stufen 2%, 1,5% und 1,5% anzuheben, ist nicht ausreichend“, erklärte Sigrid Stenzel von ver.di Bayern. Es müsse auch insbesondere der Forderung Rechnung getragen werden, den Mitgliedern von ver.di in Form einer Vorteilsregelung einen Ausgleich zu verschaffen für ihren enormen Einsatz für die Verbesserung der Arbeits- und Einkommensbedingungen. Mit der Forderung mehr Urlaubsgeld und einer Wahlmöglichkeit Geld oder Zeit kämen auch neue Aspekte ins Spiel.

Das Minusangebot sei den Beschäftigten mehr als unverständlich und widerspreche der öffentlichen Bekundung der Arbeitgeber, wonach die Wertschätzung und der Anteil am Erfolg ihrer Mitarbeiterinnen mit einer höheren Vergütung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Rechnung getragen werden soll, betonte Sigrid Stenzel.