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    Virtuelle Ausstellungen besuchen!

    Virtuelle Ausstellungen besuchen!

    28.04.2020

    Der 1. Mai vor 75 Jahren war in München der erste Tag, an dem die Bevölkerung trotz der Trümmer des Faschismus Freiheit atmen konnten. Freiheit vor politischer Verfolgung und Freiheit vom Faschismus. Ausserdem war der verbrecherische Krieg beendet.

    Der 1. Mai von 101 Jahren war ebenso ein Münchner Schicksalstag. Am 1. Mai 1919 begann in Bayern eine gnadenlose politische Säuberung gegen die Menschen, die am 7. November 1918 eine friedliche Revolution und nicht einmal zwei Monate später eine beispielhafte demokratische Verfassung gestaltet haben. Rechtsextreme machten Bayern zur rechten Ordnungszelle in der Weimarer Republik. Das endete im Hitler-Faschismus.

    Das ver.di Kulturforum Bayern bietet zum 30. April und 1. Mai 2020 einen interessanten Ausstellungsbesuch in seine virtuellen Museumsräume, nachdem die realen Ausstellungsräume seit Wochen coronabedingt geschlossen sind. „Wir bieten in diesen coronarrischen Zeiten durch unsere virtuellen Ausstellungen zum Tag der Befreiung von Krieg und Faschismus Münchens durch die US Rainbow-Division einen interessanten historischen Rückblick und die Möglichkeit interessanter Ablenkung von den täglichen Coronameldungen“, erläuterte Sepp Rauch, Leiter des ver.di Kulturforums.

    Die Veranstalter legen allerdings Wert darauf, mit ihren virtuellen Ausstellungs-Angeboten nicht davon abzulenken, „dass wir es für einen realen Ausrutscher halten, wenn Mitglieder der Bundesregierung und einige Medien bezüglich der coronabedingten Einschränkungen der Grundrechte von ‚Neuer Normalität‘ sprechen. Wir meinen: Es handelt sich um einen ‚notwendigen, aber befristeten Ausnahmezustand‘ “, so Rauch: „Wir stehen mit unseren virtuellen Ausstellungen für klare Sprache und keine weichgespülten und versprachregelten Beruhigungs-Luftblasen, sondern für engagierte Kunst, Fotografie und politische Fakten“.

    Im Ausstellungsraum „30. April 1945 …“ zeigt das verdi Kulturforum Bayern den Münchner Marienplatz mit spannender zeitlicher Rückblende ins Jahr 1945. Klickt man auf die Bildinstallationen rund um den Platz, befindet man/frau sich bildlich in den Trümmertagen des Faschismus und den Stunden nach der Befreiung 1945. Der virtuelle Ausstellungsraum zeigt auch Frauen und Männer des Widerstands und macht anschaulich, wie radikal die rechtsextremistischen Nazis bis 1945 die Stadt in ihren baulichen Strukturen zerstört haben und wie sie mit den Menschen des demokratischen Widerstands umgegangen sind. Die virtuelle Ausstellung beleuchtet in wenigen Bildern, dass Rechtsextreme Hetzer auch 75 Jahre danach aktiv sind, aber eine kreative, bunte Stadtgesellschaft dagegen hält.

    Die Ausstellung „Münchner Maler der Revolution 1918“ zeigt interessante Einblicke welche Bildenden Künstler/innen und Fotograf/innen direkt an der Revolution vor 102 Jahren und der Schaffung Demokratischer Strukturen in Bayern beteiligt waren. Dabei gibt es Überraschungen. Man/frau entdeckt Künstler/innen, die meist nie in Verbindung mit Politik gebracht wurden. Man entdeckt weltberühmte Münchner Fotograf/innen, die damals mittendrin waren und trotzdem in ihrer Heimatstadt weitgehend unbekannt sind. Man entdeckt in der Exposition einen revolutionsbeteiligten Maler, der selbst als unehelicher Nachkomme eines Wittelsbachers 1918 aktiv dabei war die Wittelsbacher Herrschaft zu beenden. Er hat überdies das Geschehen 1918 gezeichnet.

    Die virtuellen Ausstellungsräume finden Sie unter www.verdi-Kultur.de.

    Unter anderem sind derzeit folgende virtuellen historischen Ausstellungen zu sehen: