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Home-Office und Kinderbetreuung

Home-Office und Kinderbetreuung

20.01.2021

ver.di Bayern begrüßt die neuen Beschlüsse zum Home-Office, weist aber auch auf manche vorprogrammierten Konflikte hin. „Wir begrüßen, dass die Arbeitgeber Home-Office möglich machen sollen, wo das ganz oder teilweise möglich ist. Das erfordert auch ein Umdenken und die Einsicht der Arbeitgeber, dass die Notbetreuung nur das letzte Mittel ist und nicht als Ablehnungsgrund für die Gewährung von mobiler Arbeit taugt“, erklärte Brigitte Zach von ver.di Bayern: „Und sie müssen von der Haltung abrücken, dass nur in Präsenz gute Arbeitsleistung erbracht werden kann“, so Zach.

Gerade in der jetzigen Situation, in der durch Mutationen des Virus höhere Infektionen drohen, sei das mobile Arbeiten zu Hause eine gute Maßnahme, das Infektionsrisiko deutlich zu senken, so Zach. Durch die weitgehende Schließung der Schulen ergebe sich jedoch eine Sondersituation: Die Eltern arbeiten zuhause und müssen gleichzeitig die Betreuung und das Home-Schooling über-nehmen. Das sei eine große Herausforderung für die Eltern.

Besonders schwierig sei, dass die Ausstattung für das Home-Office an vielen Stellen unzureichend sei, oftmals werde sogar auf die private technische Ausstattung der Beschäftigten zurückgegriffen. „Das ist sicher nicht im Sinne des Erfinders“, kritisierte Brigitte Zach. Notwendig sei deshalb die geeignete Ausstattung mit dienstlichen mobilen Telefonen, Tablets und Notebooks durch den Arbeitgeber, „denn bring-your-own-device kann hier nicht der Standard sein“, so Zach.

Home-Office soll nach den Kabinettsbeschlüssen weiter ausgedehnt werden. Dies ist nach Auffassung von ver.di auch in den sozialen Arbeitsfeldern breiter möglich als bislang praktiziert. Und überall dort, wo die Präsenz für das Erbringen der Arbeitsleistung weiterhin unerlässlich ist, müssen die Maßnahmen des Gesundheitsschutzes verstärkt und kontrolliert werden.

Brigitte Zach rief insbesondere auch die öffentlichen Verwaltungen zur flächendeckenden Öffnung für Home-Office auf. „Alle Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes sollten hier gemeinsam mit den betrieblichen Interessenvertretungen mit guten individuellen Lösungen vorangehen“, forderte Zach.