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„Bayern ist Deutscher Meister im Verhindern von Bildung“

„Bayern ist Deutscher Meister im Verhindern von Bildung“

21.09.2018

Im Unterschied zu mehr als 30 Millionen Beschäftigten in anderen Bundesländern müssen die etwa sieben Millionen ArbeitnehmerInnen in Bayern auf fünf Tage Bildungsfreistellung im Jahr verzichten. In fast allen Bundesländern gelten Gesetze, die abhängig Beschäftigten einen Anspruch auf bezahlte Bildungsfreistellung garantieren - nicht jedoch in Bayern.

Zum Beispiel haben ArbeitnehmerInnen, die für in Hamburg ansässige Arbeitgeber tätig sind, einen Anspruch auf fünf Arbeitstage Bildungsfreistellung, die sie in einem Kalenderjahr zusätzlich zu ihrem Erholungsurlaub beantragen können. Wer hingegen für bayerische Unternehmen arbeitet, geht hier leer aus oder muss, sofern es keine tariflichen oder freiwilligen Betriebsvereinbarungen gibt, für eine persönliche Weiterbildung einen Teil des Erholungsurlaubs opfern. „Damit ist Bayern Deutscher Meister im Verhindern von Bildung“, sagt Erich Utz, ver.di-Vorstandsmitglied im Bereich Weiterbildung: „Die Beschäftigten in Bayern werden ganz klar gegenüber der überwiegenden Mehrheit der ArbeitnehmerInnen in Deutschland in ihrem Grundrecht auf Bildung benachteiligt. Das muss sich ändern“, sagt Utz und fordert die bayerische Politik auf, endlich ein Bildungszeitgesetz auf den Weg zu bringen.

Das Recht auf Freistellung für Bildungszwecke geht auf eine Vereinbarung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) von 1976 zurück, die auch von Deutschland unterzeichnet wurde. Die Einführung eines Bayerischen Bildungszeitgesetzes ist längst überfällig.

Weitere Informationen:
https://bayern.verdi.de/service/bildung/bildungsfreistellungsgesetz