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Gesundheitswesen: ver.di begrüßt baldige Einsetzung einer Expertenkommission

Gesundheitswesen: ver.di begrüßt baldige Einsetzung einer Expertenkommission

Großprotest: "Bad Dürkheimer Appell" übergeben 25.06.2015

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) begrüßt die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe über die vorgezogene Einsetzung der Expertenkommission. "Die baldige Einrichtung einer Expertenkommission unabhängig vom Gesetzgebungsverfahren ist ein Schritt in die richtige Richtung. Damit hat der Protest der Beschäftigten für mehr Personal bereits eine erste Wirkung erzielt. Wir werden nicht mehr locker lassen", sagte ver.di-Bundesvorstandmitglied Sylvia Bühler am Mittwochnachmittag anlässlich der Übergabe des "Bad Dürkheimer Appells" an Bundesgesundheitsminister Gröhe und die Vorsitzende der Konferenz der Gesundheitsminister, Sabine Bätzing-Lichtenthäler.

Jetzt komme es darauf an, der Expertenkommission einen erweiterten Arbeitsauftrag zu erteilen, für alle Berufsgruppen im Krankenhaus den Personalbedarf zu ermitteln, betonte Bühler. Auch wenn die Gesundheitsminister erklärten, das Pflegeförderprogramm sei nur ein erster Schritt, reiche dies nicht aus, um die Beschäftigten zu beruhigen. "Jetzt muss wirkliche Entlastung her", sagte Bühler. Wie ernst die Personalnot in den Kliniken sei, verdeutliche dabei auch die Tatsache, dass die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) mit ver.di gemeinsam für mehr Personal eintrete. "Die Krankenhäuser brauchen eine bessere Personalausstattung und müssen diese auch finanzieren können. Die von der Bundesregierung geplante Reform wird jedoch die Personalsituation weiter verschärfen", erklärte Thomas Reumann, Präsident der DKG.

Am Mittwochmittag hatten mehr als einhunderttausend Beschäftigte an über 1.300 Kliniken den Personalmangel in einer bundesweiten Protestaktion mit Plakaten sichtbar gemacht: Nach Erhebungen von ver.di fehlen an deutschen Krankenhäusern insgesamt 162.000 Stellen, darunter 70.000 Pflegekräfte. "Der Personalmangel ist heute in jedem Landkreis, in jeder Stadt landauf, landab deutlich geworden. Die Botschaft ist unmissverständlich: Die Beschäftigten sind nicht länger bereit, den Personalmangel auf Kosten ihrer Gesundheit zu ertragen. Eine politische Lösung ist überfällig", betonte Bühler.