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    ver.di-Personalcheck: In bayerischen Kitas fehlen 6.000 Fachkräfte

    ver.di-Personalcheck: In bayerischen Kitas fehlen 6.000 Fachkräfte

    30.06.2021

    ver.di hat in den Kitas eine bundesweite Befragung durchgeführt. Trotz der Corona-Situation haben in Bayern unabhängig der Trägerschaft über 2.000 Fachkräfte vor Ort oder online an dem sog. Kita-Personalcheck teilgenommen, so Landesfachbereichsleiterin Dr. Brigitte Zach. Nach der Befragung fehlen in Bayern an diesen Kitas weit über 6.000 Fachkräfte in Vollzeit.

    Die Studie, die im Zeitraum vom 15. Mai bis 22. Juni 2021 in Kooperation mit der Hochschule Fulda durchgeführt wurde, macht in ihren Ergebnissen die starke Belastung und die Unzufriedenheit der Kita-Beschäftigten mit der Arbeitssituation deutlich.

    Fast 46 Prozent der Befragten gaben an, dass sie zeitweise für mehr als 17 Kinder am Tag gleichzeitig verantwortlich sind, mehr als 8 Prozent sogar für mehr als 28 Kinder. Daher ist es nicht überraschend, dass über 80 Prozent der Befragten sagen, dass sie zu wenig Zeit haben, um auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder einzugehen.

    „Neben dem Stress macht das die Beschäftigten unzufrieden und belastet sie stark. Sie wollen eine gute Arbeit leisten und für die Kinder und Eltern da sein. Doch die Bedingungen sind so schlecht, dass dies schlichtweg nicht möglich ist. Die Ergebnisse der Befragung sind ein deutliches Signal der Kollegen und Kolleginnen für mehr Entlastung“, betonte Zach.

    Über 30 Prozent der befragten Fachkräfte gaben an, dass sie ihren eigenen pädagogischen Ansprüchen im Alltag nicht gerecht werden können. Über 80 Prozent arbeiten häufig unbezahlt außerhalb ihrer normalen Arbeitszeit, um die Arbeit bewältigen zu können. Gefragt wurden die Kita-Fachkräfte auch danach, wie viele Fachkräfte in ihrem Team fehlen würden, um die pädagogische Arbeit so leisten zu können, wie es die gestellten Anforderungen, wie beispielsweise Bildungspläne, erwarten lassen. Ergebnis summiert: 6.000 Fachkräfte fehlen.

    „Das ist skandalös und nicht hinnehmbar. Für die Beschäftigten, für die Kinder und für die Eltern muss sich dringend etwas ändern, um diese Situation zu verbessern“, forderte Zach. „Für uns als zuständige Gewerkschaft für die Beschäftigten in den Kindertagesstätten heißt das, wir dürfen die Beschäftigten nicht mit ihren Belastungen allein lassen und sind gefragt, uns in Bayern, im Bund und bei den Arbeitgebern dafür einzusetzen, dass sich die Bedingungen endlich verbessern. Das werden wir mit unserer ganzen Kraft tun“, erklärte Zach.

    Die Befragung wird bis September durch die Hochschule Fulda differenziert wissenschaftlich ausgewertet und im September in Gänze vorgestellt.