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München: ver.di-Aktionstag Luftverkehr am 19.06.

München: ver.di-Aktionstag Luftverkehr am 19.06.

18.06.2020

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft am 19.06.2020 an vielen deutschen Flughäfen und Airline-Standorten zu Protestveranstaltungen auf. Auch in München versammeln sich rund 50 Beschäftigte der Bodenverkehrsdienste, um den Arbeitgeberverband der Bodenabfertigungsdienstleister (ABL) zu kritisieren, der sich weigert, mit ver.di einen Tarifvertrag zur Aufstockung des Kurzarbeitergeldes abzuschließen. „Die Weigerung der Arbeitgeber, die Beschäftigten in den Bodenverkehrsdiensten in dieser Krise zu unterstützen, ist eine Schande und Ausdruck mangelnder Wertschätzung für die Kolleginnen und Kollegen“, erklärte Kai Winkler, Leiter des Fachbereichs Verkehr bei ver.di Bayern.

Bundesweit kommt es zu ähnlichen Protestaktionen. In Frankfurt, Hamburg, Bremen, Düsseldorf (zusammen mit Beschäftigten aus Hannover), Stuttgart, Berlin und Köln wird es Protestaktionen geben. Zur Teilnahme aufgerufen sind je nach Protestort, unter Berücksichtigung der COVID-19 Auflagen, Bodenbeschäftigte und Beschäftigte der Airlines unter anderem mit ihren Technik-Töchtern. Im Fokus steht auch hier die Ablehnung von Arbeitsplatzabbau in der Branche als Reaktion auf die Krise. Kernforderungen der Beschäftigten sind neben der Arbeitsplatzsicherheit und nachhaltigen Regelungen zur Aufstockung des Kurzarbeitergelds auch der Schutz ihrer tariflichen Standards.

In der Luftverkehrsindustrie arbeiten in Deutschland rund 300.000 Beschäftigte. Rund 240.000 davon befinden sich derzeit in Kurzarbeit. Durch Marktliberalisierungen und Deregulierungen arbeiten viele Beschäftigte an der unteren Einkommensgrenze. Nach Einschätzung von ver.di versuchen einige Unternehmen die Krise schamlos dazu auszunutzen, soziale und tarifliche Standards weiter abzusenken. Trotz massiver Überlastung der Beschäftigten und anhaltendem Personalmangel der letzten Jahre stehe nun Arbeitsplatzabbau im Raum. ver.di fordert für den Neustart der Luftverkehrsindustrie klare Mindeststandards, die es ermöglichen, ohne Absenkung von Tarifstandards und Arbeitsplatzabbau die Zukunft zu gestalten. Hierzu hat ver.di ein Luftverkehrskonzept erarbeitet, dessen Forderungen auch auf den Protestveranstaltungen sichtbar werden sollen.