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Union-Busting jetzt auch in Sparkassen?

Union-Busting jetzt auch in Sparkassen?

31.01.2019

ver.di Bayern protestiert gegen die Kündigung der Personalratsvorsitzenden bei der Sparkasse Regen-Viechtach. „Wir fordern die Sparkasse auf, ihrer sozialen Verantwortung als Arbeitgeber nachzukommen und diese fristlose Kündigung umgehend zurückzunehmen“, erklärte die Leiterin des Fachbereichs Finanzdienstleistungen bei ver.di Bayern, Tina Scholze.

Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, wird ver.di den Niederbayrischen Gewerkschaftstag am 02. Februar 2019 in Deggendorf nutzen, um vor und in der Veranstaltung ein breites Bündnis zu gründen, das die Rücknahme der Kündigung unterstützt.

Bereits im Oktober wurde dem Personalrat die außerordentliche Kündigung der PR-Vorsitzenden zur Mitbestimmung vorgelegt. Der Personalrat hat diese Kündigung abgelehnt. Daraufhin wandte sich die Sparkasse, als Dienstherr der Vorstandsvorsitzende Josef Wagner, an das Verwaltungsgericht München und beantragte ein Zustimmungsersetzungsverfahren. Um die Kündigung der langjährig Beschäftigten und freigestellten PR-Vorsitzenden durchzusetzen, beauftragte die Sparkasse Regen-Viechtach eigens einen auf Kündigung von „Unkündbaren“, also beispielsweise Schwangeren, Schwerbehinderten oder eben Personalräten, spezialisierten Anwalt aus München.

„Der Mensch steht im Mittelpunkt – Immer und überall“ - damit werbe die Sparkasse Regen-Viechtach genauso wie mit der Aussage eine „Langfristige Partnerschaft zahlt sich aus“. Für die eigenen Mitarbeiter und insbesondere Personalräte scheinen diese Aussagen aber nicht zu gelten, kritisierte Scholze.

Mitglieder des Landesfachgruppenvorstandes Sparkassen bei ver.di Bayern werden am Samstag vor der Stadthalle in Deggendorf Flugblätter verteilen, um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen und bei den Delegierten Unterschriften zu sammeln, die dann dem Verwaltungsrat der Sparkasse Regen-Viechtach übergeben werden sollen.

„So geht man nicht mit Menschen um. Das ist vielmehr der Versuch, Menschen einzuschüchtern und die Wahrnehmung demokratischer Grundrechte zu unterbinden“, kritisiert Tina Scholze. „Von einer Sparkasse, die sich selbst als ‚wichtiger Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb in der Region‘ sieht, erwarten wir ein deutlich anderes Verhalten“, so Scholze.