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Mobilitätspaket gefährdet Straßensicherheit

Mobilitätspaket gefährdet Straßensicherheit

16.11.2017

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) befürchtet durch die Flexibilisierung des neuen „Mobilitätspakets“ der EU-Kommission deutliche Verschlechterungen der Lenk- und Ruhezeiten in Deutschland und damit eine Gefährdung der Sicherheit auf deutschen Straßen. ver.di führt deshalb am 20. November im Rahmen einer Aktionswoche der Europäischen Transportarbeiter Föderation (ETF) eine Infoaktion am Autobahnrasthof Augsburg-Ost durch.

ver.di fordert die Beibehaltung von deutschen Standards zu Lenk- und Ruhezeiten. „Hinzu kommt, dass der Einsatz von Fahrer aus anderen EU-Staaten, die nicht mindestens nach deutschen Mindestlohn bezahlt werden, zu einem unmenschlichen Wettbewerb führen, der zu unser aller Lasten gehen wird“, erklärte Robin Faber von ver.di Augsburg.

Bei der Infoaktion verteilen die Gewerkschaftssekretäre Hans-Peter Konrad, von ver.di Bayern und Robin Faber Postkarten und Informationsmaterial an PKW- und LKW-Fahrer. Sie informieren dabei über die geplanten Änderungen der EU-Kommission und zeigen mögliche Gefahren auf.

„Durch die Verlängerung der Lenkzeiten mit gleichzeitiger Verkürzung der Ruhezeiten wären ausgeruhte Kraftfahrer auf unseren Straßen eher eine Seltenheit“, kritisierte Hans-Peter Konrad. „Damit werden deutsche Straßen zum Pulverfass“, warnt der Gewerkschafter. „Nur um die Unternehmen mehr Geld verdienen zu lassen, hat die EU-Kommission dieses Mobilitätspacket auf den Weg gebracht“, ergänzte Robin Faber.

Diese Vorschläge seien einseitig zu Gunsten der Unternehmen und gefährdeten die Verkehrssicherheit. In den nächsten Monaten entscheidet das Europäische Parlament über diese Vorschläge. „Wir müssen dem Sozialdumping auf deutschen Straßen einen Riegel vorschieben“, forderte Robin Faber dazu.