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Omnibusgewerbe: Arbeitgeberverband provoziert Streiks

Omnibusgewerbe: Arbeitgeberverband provoziert Streiks

16.10.2020

Die anhaltende Verweigerungshaltung des Arbeitgeberverbands provoziert weitere Streiks im privaten Omnibusgewerbe in Bayern. Seit dem 09.09.2020 haben Busfahrer privater Omnibusunternehmen in acht bayerischen Städten gestreikt. „Aber die einzige Reaktion des Arbeitgeberverbands durch Ihren Verhandlungsführer Nico Schönecker besteht in Ausflüchten bezüglich der Finanzierung“, erklärte Dirk Schneider von ver.di Bayern. Bekanntermaßen erfasst der ÖPNV Rettungsschirm (636 Millionen für Bayern) jedoch auch die Ausfälle der privaten Omnibusunternehmen im ÖPNV.

„Wir müssen nun also nochmals nachlegen, wenn der Arbeitgeberverband nicht reagiert“, betonte die Verhandlungsführerin von ver.di, Silke Vorpahl. Davor hat die zuständige ver.di Tarifkommission dem Arbeitgeberverband LBO die Chance gegeben, bis zum 21.10.2020, 10 Uhr, ein verhandelbares Angebot zu unterbreiten. „Wenn bis zum 21.10.2020, 10 Uhr, kein Angebot vorliegt, wird ver.di zeitnah zu weiteren und längeren Streiks aufrufen“, erklärte Vorpahl. Der Arbeitgeberverband habe es nun selbst in der Hand, die Fahrgäste vor weiteren ÖPNV-Ausfällen zu bewahren.

Der Arbeitgeberverband appelliere an die Eltern „Mit dem Bus ist der Schulweg sicher!“ und lasse die Eltern gleichzeitig im Regen stehen, kritisierte Schneider: „Die Streiks werden von den Arbeitgebern provoziert.“ Gerade im Hinblick auf die Tarifabschlüsse in Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein sowie bei der RBA in Augsburg im August und September - also mitten in der Coronazeit - sei ein solches Verhalten nicht mehr nachvollziehbar.

Vorpahl führte weiterhin aus, dass der bestehende Fahrermangel, von dem Martin Geldhauser, Tarifkommissionmitglied privater Omnibusunternehmer, noch im September vor laufender Kamera gesprochen hat, durch eine solche Verweigerungshaltung in keinster Weise behoben werden könne. „Im Gegenteil: Die rigorose Verweigerungshaltung des Arbeitgeberverbandes wird sich nachhaltig negativ auf die Nachwuchsgewinnung auswirken“, prognostiziert Vorpahl.