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Umzug der Briefverteilung ins Umland: ver.di fordert Post zum …

Umzug der Briefverteilung ins Umland: ver.di fordert Post zum Umdenken auf

München: „Die Beschäftigten haben den Schaden, die Kunden haben von allem nichts" 06.09.2018

Noch vor einem Jahr wurde den Beschäftigten im Münchner Briefzentrum zugesichert, dass dessen Verlagerung in das Umland vom Tisch sei, verkündete damals Postsprecher Dieter Nawrath. Jetzt mussten die Beschäftigten aus der Presse erfahren, dass das Briefzentrum verkauft ist und die Verlagerung der Briefverteilung in das Umland nach Germering geplant ist. „Damit wird nicht nur das Vertrauen der Beschäftigten gründlich verspielt. Es ist ein Affront gegen Mensch und Natur“, erklärte dazu der Leiter des Fachbereichs Postdienste bei ver.di Bayern, David Merck.

Etwa 1.000 Beschäftigte seien negativ betroffen, insbesondere Teilzeitkräfte und Frauen mit Kindern in Nachtarbeit, berichtete Merck. Fast alle von ihnen wohnen in der Nähe des jetzigen Briefzentrums oder haben kurze Wegezeiten durch die gute Verkehrsanbindung des Briefzentrums. Durch Automatisierung wurden die Schichten verkürzt, jetzt soll durch die Verlagerung die Anfahrtszeit immens erhöht werden. „Die Beschäftigten sollen sich unwirtschaftlich verhalten, während der Postvorstand für einen fragwürdigen Einmaleffekt ein ganzes Briefzentrum verlagert“, kritisierte Merck.

Die Verlagerung führe zwingend zu einem erhöhten Verkehrsauf-kommen, durch das München bereits jetzt zu den C02-Sündern gehört und Maßnahmen wie Erzwingungshaft gegen Ministerpräsidenten erörtert werden. Über eine Million Briefe täglich aus München mit LKWs ins zu Umland fahren und dann wieder die Hälfte davon mit LKWs in die Stadt rein zu fahren, „das ist ökologischer Wahnsinn“, schimpfte Merck. Einerseits rühme sich die Post mit ihren elektrischen Street-Scootern, andererseits wolle sie von Subunternehmer mit den miesesten LKWs Briefe sinnlos durch die Gegend fahren bzw. im Stau stehen lassen. „Im Übrigen werden sich die Germeringer, die bereits jetzt über das hohe Verkehrsaufkommen stöhnen, bedanken für diese zusätzliche Luft- und Lärm-Belastung“, prognostizierte Merck.

„Die Beschäftigten haben den Schaden, die Kunden haben von allem nichts, im Gegenteil: vorgezogene Entleerung der Briefkästen und spätere Zustellung sind die zu erwartende Folge durch die weiteren Transportwege. Wir fordern vom Postvorstand ein Umdenken. Was jetzt im Raum ist, ist keine Lösung, für niemanden“, fasste David Merck zusammen.