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Ausbildungskonferenz zum digitalen Wandel

Ausbildungskonferenz zum digitalen Wandel

10.10.2019

Die fortschreitende Digitalisierung vieler Lebensbereiche prägt die Agenda von Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Deswegen widmete die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit die diesjährige Ausbildungskonferenz dem Thema „Die Ausbildungs- und Arbeitswelt im Wandel - Digitalisierung verstehen und gestalten“. Luise Klemens, Landesbezirksleiterin von ver.di Bayern, forderte dabei in einem Redebeitrag, die Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu sichern und so nicht zuletzt auch einen Beitrag zur Konkurrenzfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu leisten. „Deshalb müssen die bestehenden Möglichkeiten der beruflichen (Aus-)Bildung aus- und umgebaut und zusätzliche Instrumente zu lebenslangem (Weiter-)Lernen eingeführt werden“, so Klemens.

Die Arbeitswelt werde durch die Digitalisierung immer komplexer, betonte Klemens. Berufsbilder veränderten sich teilweise rasend schnell und manche Berufe fielen ganz weg, während andererseits völlig neue Berufe entstünden. „Die in der Ausbildung und beruflichen Fortbildung erworbenen Fähigkeiten haben so eine immer geringere Halbwertszeit“, so Luise Klemens. Die Fähigkeit, auf veränderte Anforderungen schnell reagieren und sich umstellen zu können, werde deshalb die zukünftige Kernkompetenz schlechthin sein.

In ihrer Rede identifizierte sie in diesem Zusammenhang insbesondere drei prioritäre Handlungsfelder:

  • Unser Schulsystem muss besser und durchlässiger werden
    Unsere Schulen, Berufsschulen und unsere Lehrer*innen sind im Moment nur sehr begrenzt in der Lage, ihrem Auftrag und unseren Erwartungen an sie gerecht zu werden.
  • Ausbildung muss wesentlich universeller gestaltet werden
    Wenn wir junge Leute befähigen wollen, auf neue Heraus-forderungen schnell und gut reagieren zu können, müssen wir sie wesentlich besser dazu befähigen und nicht darauf warten, dass irgendetwas von selber geschieht
  • Und die Weiterbildung für lebenslanges Lernen muss wesentlich ausgebaut und verbessert werden
    Dass man zukünftig noch allein mit dem Wissen wird aus-kommen können, das man in der Ausbildung vermittelt bekam, ist praktisch ausgeschlossen. Dieser Ausbau schließt ausdrücklich staatliche Eingriffe und Förderungen sowie gesetzgeberische Aktivitäten wie die Einführung eines bundeseinheitlichen Bildungszeitgesetzes für Arbeit-nehmerinnen und Arbeitnehmer ausdrücklich mit ein.