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Tarifrunde Spedition, Transport, Logistik: ver.di fordert 6 Prozent …

Tarifrunde Spedition, Transport, Logistik: ver.di fordert 6 Prozent mehr Lohn

21.09.2018

Die Speditions-, Transport-, und Logistikbranche in Bayern boomt und ist wirtschaftlich kerngesund. Sie steht aber auch vor großen Herausforderungen und einem fundamentalen Wandel z.B. durch die Digitalisierung. „Wir haben deshalb in der am 1. Oktober beginnenden Tarifrunde zwei Ziele: Die Beschäftigten müssen erstens ihren Anteil vom Boom der Branche in Form steigender Löhne und Gehälter bekommen und wir brauchen zweitens einen tarifpolitischen Rahmen für die Herausforderungen der Zukunft“, umriss David Merck, Leiter des Fachbereichs Speditionen, Transport und Logistik bei ver.di Bayern die Marschrichtung.

ver.di wolle die Tarifpartnerschaft um den Aspekt einer Zukunftspartnerschaft erweitern. Ob und in welchem Umfang die Arbeitgeber dazu bereit seien, müsse nun ausgelotet werden. Auch über die Zukunftsthemen Entlastung, Ausbildung sowie Zuschläge müsse diskutiert werden.

Merck forderte auch mehr Arbeitszeitsouveränität für Beschäftigte. „Ich werbe dafür, Arbeitszeit neu zu denken. Die Anforderungen der Beschäftigten an ihre Arbeitszeiten ändern sich. Im Kern wollen sie, dass sich der Umfang der Arbeitszeiten ihren Lebensphasen anpasst“, berichtete Merck.

Es gebe zudem in der Branche einen Fachkräftemangel, der zum Teil auf Problemen bei der Ausbildung beruhe. ver.di wolle hier mit hohen Ausbildungsquoten, einer Übernahmegarantie unbefristet in Vollzeit als Regel und einer Verbesserung der Ausbildungsbedingungen gegensteuern, so Merck.

Die konkreten Kernforderungen für die Tarifrunde lauten deshalb:

  • Sechs Prozent mehr Lohn, mindestens 200 Euro pro Monat
  • 100 Euro höhere Ausbildungsvergütungen pro Monat
  • stufenweise Weiterentwicklung des Weihnachtgeldes (bisher 220 bis 867 Euro) zu einem 13. Monatsgehalt
  • 19 Euro Stundenlohn für Paket-, Brief- und Verbundzustel-ler, ggf. mittels einer eigenen Entgelttabelle