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ver.di fordert Sicherung der flächendeckenden Gesundheitsversorgung

ver.di fordert Sicherung der flächendeckenden Gesundheitsversorgung

05.04.2019

„Gesundheit kann sich niemand kaufen. Aber gemeinsam können wir eine gute Versorgung herbeiführen“, so Robert Hinke, Leiter des Fachbereichs Gesundheit und Soziales bei ver.di Bayern. Wie bereits im Vorjahr macht die WHO zum Weltgesundheitstag am 7. April 2019 auf die Bedeutung einer guten flächendeckenden Gesundheitsversorgung aufmerksam. Gesundheit sei ein hohes Gut der öffentlichen Daseinsvorsorge. In vielen Ländern der Welt hat die Bevölkerung aber keinen essentiellen Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen. Auch in Deutschland sei eine flächendeckend gute Versorgung durch eine zunehmende Ökonomisierung und wachsenden Personalmangel gefährdet.

In sämtlichen Bereichen des Gesundheitswesens fehlt es zwischenzeitlich an Personal. Die Beschäftigten in unseren Krankenhäusern, in der Altenpflege und in Reha-Einrichtungen, Psychiatrien oder der Notfallrettung kompensieren tagtäglich den sich verschärfenden Personalmangel, der sich insbesondere in der Pflege bereits zu einer umfassenden Personalnot ausgewachsen hat. Längst werden deshalb Betten in Krankenhäusern geschlossen. „Im Rettungsdienst laufen wir auf einen der Pflege vergleichbaren Personalmangel zu“, berichtete Hinke. Auch die ärztliche Versorgung werde im ländlichen Raum zunehmend problematisch.

„Der Weltgesundheitstag sollte uns Mahnung und Auftrag sein: Allein in Bayerns Krankenhäusern fehlen mindestens 12.000 Pflegekräfte“, erklärte Hinke. Für die Altenpflege rechnet die Bertelsmann-Stiftung für Bayern bis 2030 mit einer Versorgungslücke von 14.149 Vollzeitstellen in der ambulanten Versorgung und von 47.945 Vollzeitstellen in der stationären Versorgung. Im Rettungsdienst werden die Probleme der Personalsicherung immer offenkundiger. „Der Handlungsbedarf geht über die gängige Flickschusterei der Gesundheitspolitik längst hinaus“, betonte Hinke.

ver.di wird ihren Druck auf die Bundes- und Landespolitik fortsetzen, damit die Weichen für eine gute, bedarfsgerechte öffentliche Daseinsvorsorge gestellt werden. Mit dem Volksbegehren „Stoppt den Pflegenotstand an Bayerns Krankenhäusern“ wird die Bayerische Staatsregierung in die Pflicht genommen. „Wir warten nur noch auf die Antwort aus dem Innenministerium, um in die zweite Phase des Volksbegehrens treten zu können“, so Hinke. Auf der diesjährigen Gesundheitsministerkonferenz in Leipzig werden wir die Unzulänglichkeiten der Gesundheitspolitik problematisieren. Aber auch Arbeitgeber dürfen sich ihrer Verantwortung nicht entziehen. Auf der betrieblichen Ebene machen wir uns für Entlastung und eine gute Versorgung stark.