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Personalsituation an Kitas: Auf die Zahlen kommt es nicht (nur) …

Personalsituation an Kitas: Auf die Zahlen kommt es nicht (nur) an

30.08.2018

Der aktualisierte Ländermonitor der Bertelsmann-Stiftung zur Personalsituation an Kitas in Bayern ist veröffentlicht. Der Personalschlüssel in den Kitas Bayerns hat sich gegenüber dem letzten Ländermonitor 2015 verbessert. „Der rechnerische Personalschlüssel sagt aber noch nichts über die tatsächliche Personalausstattung und die Qualität der Kinderbetreuung aus“, so Martina Meyer, Vorsitzende der Landesfachgruppe Sozial-, Kinder- und Jugendhilfe in ver.di Bayern. Wichtig sei vor allem, wie der tatsächliche tägliche Personalschlüssel und die Fachkraft-Kind-Relation ausfalle.

Der Personalschlüssel berücksichtige nicht die mittelbare pädagogische Arbeit, wie Gespräche mit den Eltern und sog. Ausfallzeiten, wie Urlaub, Krankheit, Fortbildung und Weiterbildung. Nicht die Statistik sei entscheidend, sondern wer von den pädagogischen Fachkräften in den Kitas tatsächlich Arbeit am Kind leisten könne. Das könne sich täglich ändern und erfordere von den pädagogischen Fachkräften ein hohes Maß an Flexibilität, betonte Meyer.

Die Realität sei aber auch, dass nicht jede neu errichtete Einrichtung geöffnet sei oder jede Einrichtung auch die laut Betriebsgenehmigung zulässige Anzahl von Kindern aufnehme. Die Warteliste auf einen Kita-Platz könne lang sein. „Die Unterschiede im Personalschlüssel in den 71 Landkreisen Bayerns ist schon sehr auffällig und zeigt, dass die Familien in Bayern keine vergleichbaren Lebensverhältnisse haben“, erklärte Meyer. Die Personalausstattung an einer Kita müsse sich nicht daran ausrichten, was der Freistaat Bayern den Kommunen wieder rückerstattet. Die Kommune könne natürlich mehr Personal einsetzen als refinanziert wird und könne Finanzmittel zur Verfügung stellen. „Aber: Die Personalsituation hat nicht nur etwas mit der Prioritätensetzung der Kommunen zu tun, sondern auch mit dem Fachkräftemangel“, sagte Meyer.

„Um den Beruf der Erzieherin attraktiver zu gestalten, fordern wir deshalb die Bezahlung der Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin“, erklärte Dr. Brigitte Zach, Leiterin des Fachbereichs Gemeinden bei ver.di Bayern. In der Tarifrunde 2018 sei zwar das in Bayern seit 2016 eingeführte Modell der praxisintegrierten Ausbildung, genannt OptiPrax, tarifiert worden, allerdings sei für die Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin keine Bezahlung und kein Tarifvertrag geregelt. Das beeinflusse die Berufswahl und drücke ein Zeichen der Wertschätzung der Ausbildung und des Berufes aus, so Zach.