Pressemitteilungen

Lesung aus „verbrannten Büchern“ am 10. Mai

Lesung aus „verbrannten Büchern“ am 10. Mai

08.05.2020

Am 10. Mai 1933 verbrannten auf dem Münchner Königsplatz 50.000 Nazis und ihre Mittäter Bücher von Bertolt Brecht, Heinrich Heine, Thomas Mann, Anna Seghers und vielen anderen. Seit 1995 erinnert eine Aktion des Münchner Künstlers Wolfram Kastner mit einem Brandfleck und einer Lesung aus „verbrannten Büchern“ einerseits an diese Schandtat und andererseits an die Autor*innen, die verfolgt, vertrieben oder ermordet wurden. Wie jedes Jahr wird sich ver.di Bayern auch diesmal wieder an der Aktion beteiligen.

Die Künstler Wolfram P. Kastner und Martin Mohr werden um 10 Uhr die Brandspur der Bücherverbrennung von 1933 im Rasen des Königsplatzes sichtbar machen. Wegen der aktuellen amtlichen Infektionsschutzverordnungen ist die Lesung in der bisherigen Form mit vielen Beteiligten zwar nicht möglich. „Wir werden aber dennoch erinnern, weil die Geschichte nicht vergangen und es aus vielen Gründen notwendig ist, diese Literatur ins kulturelle Gedächtnis dieser Stadt und dieses Landes zurückzuholen“, erklärte Wolfram Kastner. Der Künstler hofft, dass trotz der Einschränkungen Interessierte zum Königsplatz kommen und die Aktion live verfolgen.

Unter https://lesungausverbranntenbuechern.de/wordpress/lesung-2020 werden ab dem 10.Mai Videoaufnahmen von kurzen Lesungen aus verbrannten Büchern zu sehen und zu hören sein. Die Videos werden ein Jahr abrufbar bleiben.

Für ver.di Bayern wird Landesbezirksleiterin Luise Klemens aus „Die Zeit ist kaputt“, einer Biographie über Erich Kästner, lesen. „Die Bücherverbrennung war der weithin sichtbare Vorbote für die kommenden Verbrechen. Sie bleibt deshalb für uns schmerzvolle Erinnerung und nachhaltige Mahnung: Nie wieder!“, erklärte Klemens.

Linda Schneider, stv. Landesbezirksleiterin, liest aus „Liebe Deinen Nächsten“ von Erich Maria Remarque.