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Aktions- und Streikwoche im Gesundheits- und Sozialwesen

Aktions- und Streikwoche im Gesundheits- und Sozialwesen

12.10.2020

Nach ergebnislosen Verhandlungsrunden für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes machen die Beschäftigten in Bayerns Krankenhäusern, Pflegeheimen, der Behindertenhilfe und der Sozialarbeit diese Woche deutlich, dass der beschworenen Wertschätzung während der Pandemie nunmehr auch Taten folgen müssten. „Dass wir dringend eine deutliche Verbesserung der Arbeits- und Einkommensbedingungen in diesen Engpassberufen benötigen, war bereits vor der Pandemie bekannt“, erklärte Robert Hinke, Fachbereichsleiter für Gesundheit & Soziales in ver.di-Bayern: „Mit der bestehenden Ignoranz der Arbeitgeber wird sich die Personalnot in der Pflege und der Fachkräftemangel in der Behindertenhilfe, der Sozialarbeit und dem Erziehungsdienst künftig noch verschärfen. Dies selbst unter Corona-Bedingungen zu verkennen, ist geradezu sträflich. Es geht in dieser Tarifrunde um die Zukunft eines Kernbereiches der öffentlichen Daseinsvorsorge“, so Hinke.

„Die kommunalen Arbeitgeber hatten eine Verschiebung der Tarifrunde abgelehnt, in der Erwartung, dass sich die Beschäftigten während der Corona-Krise klein machten und ver.di nicht kampfbereit sei“, meint Hinke. „Die Beschäftigten werden in der laufenden Woche belegen, dass wir auch unter erschwerten Bedingungen ebenso verantwortungsvoll, kreativ wie wirksam in den Arbeitskampf zu treten wissen“, betonte der Gewerkschafter. Besonders erfreut zeigte er sich über das Engagement der vielen Auszubildenden, die sich für den 13. Oktober einen eigenen Streiktag mit Kundgebung in Nürnberg vorgenommen haben.

Am 22./23. Oktober steht die vorerst letzte Verhandlungsrunde an. „Wir machen Druck, damit die Arbeitgeber die Zeichen der Zeit verstehen“, betonte Lorenz Ganterer, Fachsekretär für die Alten- und Behindertenhilfe. Er erwartet, dass die Arbeitgeber ein ernsthaft verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch legen: „Von Sonntagsreden haben die Beschäftigten genug. Die Verärgerung wächst täglich.“

„Die Held*innen der Corona-Krise werden bereits wieder dringend gebraucht, werden von ihren Arbeitgebern aber allein als Kostenfaktoren gesehen. Das ist beschämend“, meint auch Kathrin Weidenfelder, Fachsekretärin für den Krankenhausbereich. Bereits heute seien viele Betten in den Krankenhäusern aufgrund von Personalmangel nicht belegbar. „Gegen die Personalnot hilft nur eine gute Bezahlung und Entlastung des Personals. Das Rezept heißt bessere Arbeits- und Einkommensbedingungen. Dem dürfen sich die Arbeitgeber nicht länger verweigern“, bekräftigte Hinke.