Pressemitteilungen

ÖPNV finanziell stärken

ÖPNV finanziell stärken

07.11.2019

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) begrüßt die Forderungen des Bayerischen Städtetags nach mehr Geld für den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) von Bund und Land und einer dauerhaften staatlichen Mitverantwortung an den ÖPNV-Betriebskosten. ver.di tritt für eine Verkehrswende ein, die auf Mobilität für alle und Klimafreundlichkeit setzt. Diese kann jedoch nur dann gelingen, wenn endlich stärker ins Personal investiert wird. „Mit dem Sparkurs der Vergangenheit muss deshalb endlich Schluss sein“, forderte Kai Winkler von ver.di Bayern.

Im Bundesdurchschnitt ist die Zahl der Beschäftigten im ÖPNV im Vergleich von 1998 zu 2017 um 18 Prozent zurückgegangen. Schon jetzt herrscht Fachkräftemangel im ÖPNV und nach Aussagen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) werden in den nächsten Jahren 50.000 neue Kolleg*innen in Fahrdienst, Werkstatt und Verwaltung benötigt. Um diesen Bedarf zu decken, muss die Arbeit im Nahverkehr wieder attraktiv werden. Vor allem müsse Leistung fair bezahlt und die Belastung begrenzt werden.

Durch den Personalabbau und die Flexibilisierung der Arbeitszeitregelungen haben Arbeitsverdichtung, Belastung und Stress in den öffentlichen Nahverkehrsunternehmen enorm zugenommen. Laut dem Gesundheitsreport der Barmer Krankenkasse betrug der Krankenstand bei Bus- und Straßenbahnfahrern 9,1 Prozent im Jahr 2018. Mit im Schnitt 33,2 Arbeitsunfähigkeitstagen im Jahr 2017 führte diese Berufsgruppe die Liste der Berufe mit den meisten Fehltagen an.

Deshalb fordert ver.di von der Politik in Bund, Land und den Kommunen erhebliche Investitionen in den ÖPNV und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Im Sommer 2020 werden die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im ÖPNV stattfinden. Hier wird es dann nicht nur um mehr Geld gehen, sondern auch um gute Regelungen zur Entlastung der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten.

„Die aktuelle Situation zeigt, dass der Sparwahnsinn zu weit getrieben wurde“, kritisierte Winkler. Die Verkehrsunternehmen seien zunehmend weniger in der Lage, den reibungslosen Betrieb aufrecht zu erhalten, geschweige denn Anforderungen zum Ausbau des Nahverkehrsangebots zu erfüllen.